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24.02.2004

16:40 Uhr

Behörden bemängeln Kontrollen in Frankfurt

Israel weitet den Streit mit der Lufthansa aus

Der seit langem schwelende Streit zwischen Israel und der Deutschen Lufthansa beschäftigt jetzt auch die Bundesregierung. Neben der als zu hoch angesehenen Lufthansa-Kapazität für die Flüge nach Tel Aviv bemängeln israelische Behörden nun die Passagierkontrollen am Frankfurter Flughafen.

HB FRANKFURT. Allerdings erklärte die israelische Luftfahrtbehörde am Dienstag, es gebe keine Pläne, Flüge der Lufthansa nach Israel zu untersagen. Nach Angaben der Lufthansa soll das Transportministerium in Tel Aviv in einem Brief vorige Woche aber damit gedroht haben, die Flugerlaubnis wegen mangelhafter Sicherheitskontrollen in Frankfurt zu untersagen. Lufthansa ist mit täglich zwei Flugverbindungen zwischen Frankfurt und Tel Aviv und 340.000 Passagieren in Israel größte ausländische Fluggesellschaft. Israel möchte deshalb, dass Lufthansa ihre Kapazitäten wieder zugunsten der eigenen Fluglinie El Al reduziert.

„Wir werden keine Flüge verbieten“, sagte Arik Ben-Ami, stellvertretender Direktor der Luftfahrtbehörde CAA (Civil Aviation Administration) der Nachrichtenagentur Reuters. Man wolle aber die bestmögliche Sicherheit für Flüge zwischen Deutschland und Israel gewährleisten.

Das Bundesinnenministerium wies die Sicherheitsbedenken zurück. „Die Sicherheitsmaßnahmen für Israel sind seit September 2001 besonders hoch, und das gilt unverändert fort“, sagte ein Sprecher. Auch israelische Sicherheitsexperten hätten dies in der Vergangenheit bei Kontrollen nie beanstandet. Das Ministerium befinde sich mit dem Transportministerium in Tel Aviv seit Januar in Gesprächen zur Sicherheit in Frankfurt.

Kommende Woche sollen israelische Sicherheitsexperten mit Vertretern deutscher Behörden und der Lufthansa in Frankfurt zusammentreffen und das Thema erörtern. Lufthansa wie auch der Flughafenbetreiber Fraport wiesen die Bedenken aus Tel Aviv ebenfalls zurück. Lufthansa gab sich aber zuversichtlich, dass die offenen Fragen kommende Woche geklärt werden könnten. „Die im Fall von Israel besonders strengen Kontrollen sind eng mit israelischen Sicherheitsexperten abgestimmt. Insofern wundert uns der Vorstoß“, sagte ein Fraport-Sprecher.

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