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07.05.2012

18:06 Uhr

Bei Berlin-Besuch

Timoschenkos Tochter sorgt für Verwirrung

Für Irritation hat die Tochter der inhaftierten Politikerin Julia Timoschenko gesorgt. Überraschend sagte die Ukrainerin ein Treffen mit Unions-Parlamentariern ab und sprach stattdessen mit der Bundesjustizministerin.

Sucht nach Unterstützern: Jewgenija Timoschenko mit Hans-Gert Pöttering (CDU) dpa

Sucht nach Unterstützern: Jewgenija Timoschenko mit Hans-Gert Pöttering (CDU)

BerlinDie Tochter der früheren ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hat bei ihrem Besuch in Deutschland für Verwirrung gesorgt. Überraschend sagte Jewgenija Timoschenko am Montag ein Treffen mit Unions-Parlamentariern in Berlin ab. Offenbar hoffte sie trotz offizieller Dementis doch noch auf ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Entwicklungsminister Dirk Niebel kündigte derweil als erstes Regierungsmitglied an, er wolle auf einen Besuch bei der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine aus Protest gegen die dortige Menschenrechtslage verzichten.

Julia Timoschenko verbüßt in der Ukraine eine mehrjährige Haftstrafe wegen Machtmissbrauchs. Im Westen wurde der Prozess gegen sie als politisch motiviert kritisiert. Derzeit protestiert die Ex-Regierungschefin mit einem Hungerstreik gegen ihre Haft und die Weigerung der Regierung, sie für eine medizinische Behandlung ausreisen zu lassen.

Die 51-Jährige leidet an einem Bandscheibenvorfall und hat mittlerweile eingewilligt, sich in einem ukrainischen Krankenhaus versorgen zu lassen. Zu ihren behandelnden Ärzten gehört auch ein deutscher Spezialist.

Jewgenija Timoschenko wirbt international um Unterstützung für ihre Mutter und reiste dafür am Montag nach Berlin. In Zeitungsberichten war spekuliert worden, sie wolle Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zu Gesprächen treffen. Sprecher von Merkel und Gauck dementierten dies jedoch.

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Statt dessen traf Jewgenija Timoschenko am Montag in der Hauptstadt unter anderen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), den Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Hans-Gert Pöttering (CDU), und den CDU-Europapolitiker Elmar Brok.

Kommentare (1)

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07.05.2012, 18:47 Uhr

Ist schon ein bisserl peinlich wenn sich die Bundesregierung mit der Tochter einer Oligarchin einlässt u. die dann kein Interesse zeigt.Das Hr. Niebel nun nicht zum Fußballgucken fliegt ist so interessant wie der Sack Reis der in China umfällt.

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