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21.01.2014

10:49 Uhr

Beitrittsgespräche

Serbien will bis 2020 zur EU gehören

Serbien hat schon länger den Status eines Beitrittskandidaten. Nun hat die Union offizielle Gespräche über einen EU-Beitritt aufgenommen. Doch trotz der Fortschritte in dem Balkanland – Defizite bestehen noch immer.

Die Aufnahme der Verhandlungen war möglich geworden, nachdem Serbien und das Kosovo ein Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen geschlossen hatten. dpa

Die Aufnahme der Verhandlungen war möglich geworden, nachdem Serbien und das Kosovo ein Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen geschlossen hatten.

BrüsselDie Europäische Union und Serbien haben offiziell Gespräche über einen EU-Beitritt des Balkanlandes begonnen. Der serbische Regierungschef Ivica Dacic hielt sich dafür am Dienstag in Brüssel auf. Der Balkanstaat hofft, bis 2020 dem Staatenbund beizutreten.

Die Aufnahme der Verhandlungen war möglich geworden, nachdem Serbien und das Kosovo unter Vermittlung der EU im April ein Abkommen über die Normalisierung ihrer Beziehungen geschlossen hatten.

So steht EU-Kandidat Serbien wirtschaftlich da

Wachstum

Mit zwei Prozent wächst Serbien im zu Ende gehenden Jahr so schnell wie kaum ein anderes europäisches Land. Allerdings dürfte sich der Wert nach einer Prognose der Regierung 2014 halbieren. Ein Grund dafür ist der Sparzwang des Staates. Die hohe Inflation von rund 8,5 Prozent drückt die Kaufkraft, weshalb der private Konsum, der für drei Viertel des Bruttoinlandsproduktes steht, schrumpften dürfte.

Wettbewerbsfähigkeit

Im Standortvergleich des Weltwirtschaftsforums kommt Serbien gerade einmal auf Rang 101 - hinter Ländern wie Nicaragua und Guatemala. Als größte Probleme gelten Korruption, übermäßige Bürokratie, ein schlechter Zugang zu Krediten sowie eine instabile Regierung und eine oft mangelhafte Infrastruktur. Pluspunkte sind günstige Lohnkosten und attraktive Steuersätze. Transparency International listet Serbien in seinem Korruptionswahrnehmungsindex auf Platz 72 und damit hinter Staaten wie Lesotho oder Namibia.

Finanzen

Um die Finanzen des osteuropäischen Landes ist es nicht besonders gut bestellt. Die Neuverschuldung dürfte der Regierung zufolge im kommenden Jahr bei 7,1 Prozent der Wirtschaftskraft liegen und damit die höchste in der Region sein. Die EU-Regeln erlauben eigentlich nur drei Prozent. Der Schuldenberg dürfte auf knapp 66 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anwachsen. Hier sieht die EU ein Limit von 60 Prozent vor, das aber auch vom wirtschaftlich robusten Deutschland und vielen anderen Ländern weit übertroffen wird.

Handel mit Deutschland

Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Balkan-Staates. 2012 wurden Waren im Wert von 1,5 Milliarden Euro dorthin geliefert, die Importe lagen bei knapp einer Milliarde Euro. Deutschland bezieht vor allem Elektrotechnik, Maschinen und Nahrungsmittel aus Serbien. Geliefert werden vor allem Fahrzeuge, Maschinen und Chemieprodukte.

Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok erwartet, dass sich die Beitrittsgespräche bis zu acht Jahre hinziehen. Das Land sei noch nicht reif für die Europäische Union, sagte Brok am Dienstag im Deutschlandradio Kultur. Defizite bestünden bei der Rechtsstaatlichkeit, der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und im Kampf gegen Korruption. Es habe jedoch Fortschritte im Umgang mit dem Kosovo gegeben.

Von

afp

Kommentare (4)

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flyer

21.01.2014, 11:15 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

vogel

21.01.2014, 12:16 Uhr

Die Irrsinnigen in Brüssel haben nichts aus der Vergangenheit gelernt! Wählt sie endlich ab, damit die Diktatur beendet wird! Weitere Länder müssen sich erst einmal entwickeln und EU-fähig werden. Das braucht eben viel Zeit. Die Aufnahmekriterien der Vergangenheit haben Euro und EU doch massiv gespalten. Weiter so, und Euro wir EU gehen den Bach runter!

Michl

21.01.2014, 12:44 Uhr

Wird das endlich mal wieder ein Netto-Zahler, oder werden wir wieder Geld verschenken, damit die Politiker dort bei uns dicke Mercedes einkaufen können? Ich vermute eher das Zeite! Natürlich bekommen dann serbische Bürger, die in Deutschland wo und wie lange auch immer arbeiten, dann für ihre 10 Kinder in Serbien Deutsches Kindergeld! Bekommen im Gegenzug Deutsche Bürger die in Serbien arbeiten dort auch von der Serbischen Regierung auch Kindergeld für ihre Kinder in Deutschland?

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