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20.08.2011

14:24 Uhr

Belgischer Minister

„Schuldenkrise so schlimm wie Finanzkrise 2008“

Die Schuldenkrise betreffe die ganze Welt und nicht nur einzelne Länder. Deshalb sei sie so schlimm wie die Finanzkrise. In diesem Zusammenhang fordert Reynders Euro-Bonds, um die "fiskalische Integration" voranzutreiben.

Der belgische Finanzminister Didier Reynders. Reuters

Der belgische Finanzminister Didier Reynders.

BerlinDie Schuldenkrise ist nach Ansicht des belgischen Finanzministers Didier Reynders mindestens so schlimm wie die Finanzkrise nach der Pleite von Lehman Brothers im Jahr 2008. „Die Probleme betreffen nicht nur einzelne, wie wir erst dachten“, sagte der Politiker in einem Interview der Zeitung „L'Echo“ und verwies dabei auf die Herabstufung der US-Bonitätsnote durch die Ratingagentur Standard & Poor's. „Das Phänomen betrifft die ganze Welt.“ Die Euroländer müssten die Krise nutzen, um die Integration voranzutreiben, forderte Reynders. Staaten wie Deutschland oder die Niederlande, die gemeinsame Euro-Anleihen als zu teuer ablehnten, müssten eine höhere „fiskalische Integration“ akzeptieren. Dies gelte auch für andere Länder. Reynders hatte erst am Freitag Deutschland und Frankreich aufgefordert, ihren Widerstand gegen Euro-Bonds aufzugeben.

Von

rtr

Kommentare (17)

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Account gelöscht!

20.08.2011, 15:52 Uhr

"Staaten wie Deutschland oder die Niederlande, die gemeinsame Euro-Anleihen als zu teuer ablehnten, müssten eine höhere „fiskalische Integration“ akzeptieren."

"Schöne" Umschreibung für die gewünschte Weichwährung auf Kosten der deutschen Sparer und Rentner. Wenn die EZB schon Geld druckt, dann müssen alle Länder im gleichen Maße davon profitieren, d.h. z.B. dass die EZB für alle Länder 30% des BIP als direkte Entschuldung aus der Geldpresse unter Umgehung der schmarotzenden Geschäftsbanken in die Staatshaushalte transferiert bevor der Maastricht-Vertrag wieder zu 100% in Kraft gesetzt wird.

Thomas-Melber-Stuttgart

20.08.2011, 16:44 Uhr

Ah, Belgien, das Land, dessen Regierung nur geschäftsführend im Amt ist?

Account gelöscht!

20.08.2011, 16:52 Uhr

Herr Reynders, sie sind auf dem richtigen Weg. Jetzt noch ein Schritt weiter denken, dann sind wir dort, was ich schon seit drei Jahren kommentiere.

Fangen wir mal mit den Zahlen an, die niemand wissen soll:
Die Finanzkrise hat die EU-Staaten dazu veranlasst, den Banken gewaltige Summen zur Verfügung zu stellen, um die Finanzstabilität zu erhalten. Zwischen Oktober 2008 und Oktober 2010 genehmigte die Europäische Kommission nach eigenen Angaben Hilfen der 27 Mitgliedstaaten für den Finanzsektor im Umfang von insgesamt 4589 Milliarden Euro. Leider kein Schreibfehler.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/EUStaaten-greifen-fuer-krisengeschuettelte-Banken-tief-in-die-Taschen/story/26492176

Aber die ganzen Milliarden und Billionen sind schon wieder an der Börse und im Eigenhandel verzockt. Die Jungs sind schon wieder pleite – noch mehr pleite geht nicht mehr.

Aber immer noch einen Tropfen auf den heißen Stein.
18,2 Billionen Euro faule Werte vergiften europäische Banken – das sind 44% ihrer gesamten „Vermögensanlagen“
http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/453406/182-Billionen-Euro-faule-Werte-vergiften-europaeische-Banken?from=gl.home_Wirtschaft

Und immer noch Peanuts in Relation zu den weltweiten absolut wertlosen Papierschnipseln. Im Quartalsbericht der BIZ vom Juni 2008 geht hervor, dass die Bankster weltweit auf ca.600 Billionen Dollar absolut wertloser Papierschnipsel sitzen, aus den Bilanzen ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. http://www.bis.org/press/p080609_de.pdf

Was lernen wir daraus? Jetzt sind die Bankster und die Retter pleite. Die westlichen Industriestaaten stehen vor wegbrechenden Steuereinnahmen und explodierenden Ausgaben für Soziales und Kapitaldienst.

Wie soll daraus jemals wieder ein Aufschwung entstehen? Mathematisch nicht möglich.

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