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24.02.2016

03:43 Uhr

Bengasi

Libyen schlägt Islamisten zurück

In der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi haben Soldaten der anerkannten Regierung des Landes über islamistische Kämpfer gesiegt. Doch an anderen Orten im Land startete der IS eine Offensive.

Regierungstreue libysche Kämpfer feiern die Eroberung eines Stadtviertels von Bengasi. Islamistische Truppen mussten sich am Dienstag von dort zurückziehen. AFP; Files; Francois Guillot

Bengasi

Regierungstreue libysche Kämpfer feiern die Eroberung eines Stadtviertels von Bengasi. Islamistische Truppen mussten sich am Dienstag von dort zurückziehen.

BengasiRegierungstreue Militäreinheiten haben am Dienstag in der zweitgrößten libyschen Stadt Bengasi große Erfolge gegen islamistische Kampfgruppen erzielt. Der Stadtbezirk Lithi, der in Anspielung auf die Taliban in Afghanistan auch als "Kandahar von Bengasi" bezeichnet wurde, sei "vollständig befreit" worden, teilte ein Sprecher der Sondereinheiten mit. In der Nähe der Hauptstadt Tripolis gab es indes Gefechte mit der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Der Stadtbezirk Lithi in Bengasi war zuvor von Kämpfern der IS-Miliz sowie der Gruppe Ansar Ascharia gehalten worden, die dem Al-Kaida-Netzwerk nahesteht. Die für die international anerkannte libysche Regierung kämpfenden Truppen unter General Khalifa Haftar hatten am Samstag ihre Offensive in Bengasi begonnen. Haftar begrüßte die Erfolge in einem Video und äußerte die Hoffnung auf einen "abschließenden Sieg im ganzen Land".

Die rivalisierende Gegenregierung in Tripolis, welche die teils islamistischen Milizen in Bengasi unterstützt hatte, verurteilte den Vormarsch. Dieser könne "die Bemühungen um eine friedliche Lösung der politischen Krise" zum Erliegen bringen.

Unterdessen scheiterte ein weiterer Versuch, eine Vertrauensabstimmung des Parlaments im ostlibyschen Tobruk für die neue Regierung der nationalen Einheit zu organisieren. Da die erforderliche Zahl von 89 Abgeordneten nicht erreicht wurde, wurde die Abstimmung auf die kommende Woche verschoben.

Nach langem Tauziehen war in der vergangenen Woche eine neue, unter UN-Vermittlung zustande gekommen Einheitsregierung vorgestellt worden; auf sie richten sich die Hoffnungen, um Gewalt und Chaos in Libyen zu beenden.

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Die USA haben mit Luftschlägen ihren Angriff auf die Terrormiliz IS in Libyen begonnen. In dem Land herrscht seit dem Sturz des Diktators Muammar al-Gaddadfi Chaos, die Terroristen waren zuletzt immer weiter erstarkt.

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 von konkurrierenden Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und Tripolis um die Macht. Der IS nutzt die Lage, um sich im Land auszubreiten.

IS-Kämpfer starteten indes eine neue Offensive gegen die Stadt Derna rund 300 Kilometer östlich von Bengasi. Sechs Kämpfer sowie ein IS-Kämpfer wurden laut Verantwortlichen vor Ort getötet.

In der Nähe von Tripolis wurden vier Kämpfer des Militärrats von Sabrata bei Gefechten mit dem IS getötet. In der vergangenen Woche hatten die USA in Sabrata ein IS-Ausbildungslager angegriffen. Unter den mindestens 49 Todesopfern soll auch ein ranghohes IS-Mitglied aus Tunesien gewesen sein.

Von

afp

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