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11.01.2012

13:58 Uhr

Beobachter in Syrien

Beobachter werden getäuscht

Ein Beobachter der Arabischen Liga ist von der Syrien-Mission zurückgetreten. Er spricht von Täuschungen des Regimes und einer „Reihe von Verbrechen gegen das Volk“. Die Regierung würde kein Versprechen einhalten.

Unterstützer von Präsident Assad: Beobachter getäuscht und Dinge „inszeniert“. AFP

Unterstützer von Präsident Assad: Beobachter getäuscht und Dinge „inszeniert“.

DohaEin Beobachter der Arabischen Liga in Syrien hat der Staatsführung schwere Verbrechen gegen das eigene Volk vorgeworfen und seinen Rücktritt eingereicht. Der Algerier Anouar Malek beschuldigte die syrische Regierung, die Beobachter-Mission getäuscht und die Dinge „inszeniert“ zu haben, die ihnen gezeigt wurden. Das sagte er in einem Interview mit dem katarischen Fernsehsender al-Dschasira am Mittwoch.

„Was ich gesehen habe war ein humanitäres Desaster“, sagte Malek. Die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad verübe „nicht nur ein Kriegsverbrechen, sondern eine ganze Reihe von Verbrechen gegen das Volk“. Sie habe sich bisher an keinen Punkt des Plans der Arabischen Liga gehalten. Anders als zugesagt, würden die Panzer nicht von den Straßen abgezogen, sondern lediglich versteckt und nach dem Weggang der Beobachter wieder in Stellung gebracht. Überall würden Scharfschützen auf Zivilisten schießen.

„Die Gefangenen werden gefoltert, niemand wurde freigelassen“, fügte Malek hinzu. Stattdessen seien Menschen auf der Straße festgenommen und den Beobachtern als freigelassene Gefangene vorgeführt worden. Die syrische Regierung habe überdies „Spione und Mitglieder der Geheimdienste“ als Fahrer und Begleiter der Beobachter engagiert. „Sobald wir einen Bezirk verließen, wurden die Leute dort angegriffen.“ Besonders katastrophal sei die Lage in Homs, einer Hochburg des Aufstandes gegen Assad.

Die Arabische Liga nahm zu den Aussagen keine Stellung. Sie hatte der syrischen Führung am Dienstag vorgeworfen, ihre Beobachter nicht genügend zu schützen. Der Generalsekretär der Liga, Nabil al-Arabi, erklärte, mehrere Mitglieder der Beobachtermission seien verletzt worden.

Die Beobachter, die sich seit dem 26. Dezember in Syrien aufhalten, sollen zu einem Ende des blutigen Konflikts beitragen. Der arabische Staatenbund will die Freilassung von Gefangenen, den Rückzug der syrischen Armee aus den Städten und einen freien Zugang für Beobachter und Journalisten erreichen.

Von

HB/afp

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