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10.05.2012

02:22 Uhr

Beobachtermission

Syrien begrüßt UN-Konvoi mit Sprengsatz

Auf die unbewaffneten Beobachter der Vereinten Nationen ist am Mittwoch in Syrien ein Anschlag verübt worden. Der Vorfall gibt auch der Diskussion um eine Beteiligung der Bundeswehr neuen Zunder.

Tote und Verletzte in Damaskus

Video: Tote und Verletzte in Damaskus

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Daraa/BerlinBei der Ankunft eines Konvois der UN-Beobachtermission in der syrischen Stadt Daraa ist am Mittwoch ein Sprengsatz explodiert. Sechs Soldaten seien verletzt worden, als die Bombe nahe Fahrzeugen mit Missionschef Robert Mood detonierte, berichtete ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon stellte die Zukunft der Mission in Frage.

Nach Angaben des AFP-Fotografen explodierte der Sprengsatz, als die vier UN-Fahrzeuge mit Mood und elf weiteren Beobachtern in die Protesthochburg im Süden des Landes einfuhren. Getroffen wurden die Begleitfahrzeuge der syrischen Armee. Ein Fahrzeug mit Journalisten wurde ebenfalls in die Luft gehoben.

Mood sagte nach Angaben seines Sprechers Neeraj Singh, der Anschlag sei ein "konkretes Beispiel" der Gewalt in Syrien, die "in allen ihren Formen" beendet werden müsse. Auch in der Stadt Hama waren während eines Besuchs von UN-Beobachtern Schüsse zu hören, wie aus Onlinevideos von Aktivisten hervorging.

Annan warnt vor möglichem Bürgerkrieg in Syrien

Video: Annan warnt vor möglichem Bürgerkrieg in Syrien

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Singh zufolge befinden sich derzeit 70 UN-Beobachter im Land, bis Freitag werde ihre Zahl auf 100 steigen. Sie sollen den seit dem 12. April geltenden Waffenstillstand überwachen, der jedoch brüchig ist. Aktivisten zufolge wurden seitdem mehr als 800 Menschen getötet. Ban erklärte in New York, "Zwischenfälle" wie die Explosion des Sprengsatzes, "die zu der anhaltenden Gewalt in vielen syrischen Städten hinzukommen", könnten "einen direkten Einfluss auf die Zukunft der Mission" haben. Sie ließen "das Bemühen der Beteiligten um ein Ende der Gewalt fragwürdig erscheinen".

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) machte die Führung in Damaskus für den Anschlag verantwortlich. Das SNC-Mitglied Sami Naschar sagte, während die Bevölkerung eine Verstärkung der UN-Mission fordere, versuche "das Regime mit Hilfe dieser Attacken" die Beobachter zu verdrängen.

Der desertierte syrische General Mustafa Ahmed al-Scheich forderte derweil eine ausländische Militärintervention in Syrien. "Wir wollen gezielte Angriffe auf die Sicherheits- und Militärstrukturen, wie es sie in Libyen gab", sagte der Vorsitzende der Freien Syrischen Armee.

Explosion vor UN-Beobachter-Konvoi in Syrien

Video: Explosion vor UN-Beobachter-Konvoi in Syrien

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Kommentare (7)

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Thomas-Melber-Stuttgart

10.05.2012, 07:19 Uhr

Welchen Vorteil hätte die syrische Regierung - äh, das Regime - würde die Beobachtermission abgebrochen? Cui bono? Die Überschrift muß wohl lauten: "SNC begrüßt UN-Konvoi mit Sprengsatz".

plonkpirat

10.05.2012, 08:33 Uhr

Die gleichgeschaltete Presse der Bundesrepublik Deutschland kann nicht so berichten, wie Sie es gerne hätten. Das wichtigste ist, dass der Bürger versteht, welche Wahrheit sich hinter solchen Statements verbirgt. Da ist der Bürger Deutschlands 2012 wohl auch nicht blöder als zu Zeiten des 3. Reichs und der DDR, den zwei Vorgängerdiktaturen auf deutschem Boden.

Perr

10.05.2012, 10:24 Uhr

Nach den uns vorliegenden Informationen ist dieser Sprengsatz von der US Armee, gezündet durch den CIA.


Ziel: Sicherung der amerikanischen Öl-Interessen

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