Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.12.2012

06:56 Uhr

Beratungen in Brüssel

Athen will zügig mit Schuldenrückkauf starten

Die Euro-Kassenhüter sprechen heute in Brüssel über den griechischen Schuldenrückkauf. Griechenlands Finanzminister Ioannis Stournaras berichtet, wie das Programm starten kann. Es geht aber nicht nur um Griechenland.

Finanzminister Yannis Stournaras ist am Montag in Brüssel ein gefragter Mann. Reuters

Finanzminister Yannis Stournaras ist am Montag in Brüssel ein gefragter Mann.

BrüsselDie Euro-Finanzminister beraten am Montag über den griechischen Schuldenrückkauf. Bei dem Treffen in Brüssel will Griechenlands Finanzminister Ioannis Stournaras über das Programm berichten, das zu Wochenbeginn starten soll. Der Plan: Die griechische Regierung kauft eigene Anleihen zurück, um die Schuldenlast zu drücken. Damit das gelingt, müssen sich genügend Anleger von griechischen Schuldscheinen trennen. Ein Erfolg ist Voraussetzung für die Freigabe weiterer Milliardenhilfen der internationalen Geldgeber an Athen.

Das Programm gehört zu einem Maßnahmenbündel, das die Euro-Finanzchefs vor einer Woche zur Absicherung des laufenden Hilfsprogramms für Griechenland von 130 Milliarden Euro beschlossen hatten. Für den Schuldenrückkauf sollen rund zehn Milliarden Euro in die Hand genommen werden. Diese werden aus dem laufenden Programm finanziert, eventuell auch über eine Vorfinanzierung durch den Rettungsfonds EFSF. Zuletzt hielten Privatanleger griechische Staatsanleihen von etwa 62 Milliarden Euro. Ihnen soll nun ein Rückkaufangebot gemacht werden.

Griechenland-Hilfe: Die Rechnung, bitte

Griechenland-Hilfe

Athen-Paket wird für Schäuble teuer

Viele Details bleiben offen, Anschlussfinanzierung fehlt - doch der Bundestag stimmt zu.

Die Ergebnisse der Rückkaufaktion werden Mitte Dezember erwartet. Dann wollen die Euro-Finanzminister – voraussichtlich am 13. Dezember – und der Internationale Währungsfonds (IWF) über die Auszahlung weiterer Hilfen von rund 44 Milliarden Euro aus dem laufenden Rettungspaket entscheiden.

Die Euro-Finanzminister werden bei ihrem Treffen auch über das geplante Hilfsprogramm von etwa 17,5 Milliarden Euro für den Inselstaat Zypern beraten. Mit endgültigen Beschlüssen ist aber nicht zu rechen, da ein wichtiges Gutachten zur Lage des angeschlagenen Bankensektors noch fehlt.

Einnahmen fehlen: Spanien hat Probleme beim Schuldenabbau

Einnahmen fehlen

Rajoy gibt Probleme zu

Spanien rutscht tiefer in die Krise. Es fehlten Einnahmen, beklagt der Regierungschef.

Weiteres Thema der Abendsitzung sind Milliardenhilfen für spanische Krisenbanken. Nach den Worten von EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia sind für die Rettung von vier Geldhäusern, darunter die Großbank Bankia, insgesamt 37 Milliarden Euro nötig. Das Geld soll vom Euro-Rettungsschirm ESM kommen und an den staatlichen spanischen Bankenrettungsfonds Frob fließen.

Diskutiert werden dürften auch Forderungen Portugals nach niedrigeren Zinsen für die Hilfskredite aus dem Rettungsschirm EFSF. Nach den Erleichterungen für Griechenland pocht auch Lissabon erneut auf ähnliche Zugeständnisse. Zur Sprache kommen wird auch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der Rettungsfonds EFSF und ESM durch die US-Ratingagentur Moody's.

Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sarina

03.12.2012, 08:09 Uhr

Athen will zügig mit Schuldenrückkauf starten
----------------------------------------------
Ja klar, wenn etwas zu ihrem Vorteil gereicht und dabei noch ohne große Anstrengungen zu haben ist, will Athen "zügig starten"! Sobald es aber darum geht, charakterliches Fehlverhalten in die Schranken zu weisen, bleibt es bei Lippenbekenntnissen, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt sind!

Hagbard_Celine

03.12.2012, 08:19 Uhr

Der Amerikaner macht ja was ähnliches seit Jahren, kauft Langläufer und finanziert das mit der Ausgabe von Kurzläufern.

Da die Griechen das mit "Barmittel" finanzieren stehen sie besser da als der Amerikaner denn steigende Zinsen schlagen bei Kurzläufern voll durch.

Während Griechenland seine Zinslast so verringert, verlagert der Amerikaner diese lediglich in die Zukunft und potenziert diese darüber hinaus auch noch.

(Drei A gibts natürlich trotzdem von den Rating Agenturen, ist doch klar)

Das Rückkufprogramm von Griechenland ist wirtschaftlich sinnvoll und politisch durchsetzbar, kurzum eine runde Sache.

Wegweiser

03.12.2012, 09:07 Uhr

Finanzielle Taschenspielertricks. Griechenland nutzt ELA, versorgt seine Banken, diese kaufen Staatsanleihen und hinterlegen diese wieder bei der griechischen Notenbank.

Hinzu kommt die schlichte Wahrheit, dass Griechenland niemals in der Eurozone eigenständig existenzfähig ist und zu einem Dauertransferkandidat wird. Schuldenschnitte, Target 2, ELA, EFSF, hinzu kommen noch weitere strukturellen Dauerhilfen.

Insolvenzverschleppung de luxe oder à la Carte?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×