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26.02.2014

11:48 Uhr

Bereitschaftspolizei Berkut

Ukrainische Regierung löst verhasste Spezialeinheit auf

Der ukrainische Übergangsinnenminister hat die Bereitschaftspolizei Berkut aufgelöst. Sie ging mit hoher Gewalt gegen Demonstranten vor und war gerade unter Janukowitsch-Gegnern verhasst.

Ukrainische Berkut-Einheit in Kiew: „Schändlichen Einsatz.“ dpa

Ukrainische Berkut-Einheit in Kiew: „Schändlichen Einsatz.“

KiewWegen ihres gewaltsamen Vorgehens gegen die Proteste in der Ukraine ist die Bereitschaftspolizei Berkut aufgelöst worden. Die Spezialeinheiten seien mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden, teilte der Übergangsinnenminister Arsen Awakow am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite mit. Die Berkut-Einheiten sind bei den Gegnern der Regierung des mittlerweile abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch wegen ihrer Rolle bei den Straßenkämpfen in Kiew verhasst. Dabei waren vergangene Woche 82 Menschen getötet und hunderte verletzt worden.

„Die Berkut existiert nicht mehr“, schrieb Awakow auf Facebook. Er habe das entsprechende Dekret Nr. 144 vom Dienstag unterzeichnet. Die Berkut, deren Mitglieder an ihren Uniformen leicht von anderen Polizisten zu unterscheiden waren, wurden für viele Übergriffe auf Demonstranten verantwortlich gemacht. So waren Berkut-Polizisten gefilmt worden, wie sie mit scharfer Munition auf die Menge schossen. Das Europaparlament hatte Anfang Februar von Janukowitsch gefordert, dem „schändlichen Einsatz“ der Sonderpolizei Berkut (Steinadler) ein Ende setzen.

So flüchtete Viktor Janukowitsch

Freitag, 21.2., abends

Janukowitsch und enge Vertraute, darunter Präsidialamtschef Andrej Kljujew, fliegen mit Hubschraubern in die ostukrainische Millionenstadt Charkow. Dort wollen sie am Samstag an einem Kongress von regierungstreuen Gouverneuren, Bürgermeistern und Abgeordneten aus dem prorussischen Osten und Süden teilnehmen.

Samstag, 22.02., tagsüber

Janukowitsch hält sich in einer Staatsresidenz in Charkow auf. Eine Teilnahme am Kongress lehnt er nun ab. Der abgesetzte Präsident gibt ein Interview und betont, er werde weder zurücktreten noch das Land verlassen. Später fliegt er per Hubschrauber in die Stadt Donezk.

Samstag, 22.02., abends

Gemeinsam mit bewaffneten Leibwächtern will Janukowitsch am Flughafen Donezk in zwei VIP-Maschinen vom Typ „Falcon“ umsteigen. Der Grenzschutz verweigert die Abfertigung – wegen angeblich fehlender Dokumente. Janukowitsch wird in einer gepanzerten Limousine in eine Residenz gefahren. Nach mehreren Stunden bricht er in Richtung der Halbinsel Krim auf.

Sonntag, 23.02., tagsüber

Janukowitsch trifft auf der Krim ein, er sucht Zuflucht in einem privaten Erholungsheim. Staatliche Gebäude meidet er. Als er erfährt, dass die kommissarischen Chefs von Innenministerium und Geheimdienst auf dem Weg zur Krim sind, fährt Janukowitsch in Richtung des internationalen Flughafens Sewastopol – doch dort landen bereits die neuen Machthaber.

Sonntag, 23.02., abends

Der gestürzte Präsident bricht die Fahrt ab und lässt sich zu einer Privatresidenz bei Balaklawa bringen. Er bietet seinen Leibwächtern an, zurückzubleiben und verzichtet schriftlich auf staatlichen Schutz. Ein Teil der Sicherheitskräfte zieht daraufhin ab. Die übrigen Wachen und Präsidialamtschef Kljujew besteigen gemeinsam mit Janukowitsch insgesamt drei Fahrzeuge und fahren in unbekannte Richtung davon.

Montag, 24.02., vormittags

Das Innenministerium teilt mit, dass Janukowitsch wegen „Massenmordes“ zur Fahndung ausgeschrieben sei. Ein Ermittlungsverfahren sei eingeleitet.

Von

afp

Kommentare (3)

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Notar

26.02.2014, 12:03 Uhr

Zitat : Ukrainische Regierung löst verhasste Spezialeinheit auf

- woher kommt eine Ukrainische Regierung plötzlich her ?

rolfi

26.02.2014, 14:52 Uhr

Ihnen reichen wohl nicht ca. hundert Tote und eine Vielzahl von Verletzten?
Soviel Ignoranz und Zynismus sagt viel ueber Sie, aber nichts Gutes!!!!

Notar

26.02.2014, 16:16 Uhr

@ rolfi

Schade um die 12 gefallenen Polizisten und die über 70 gefallenen Zivilisten. Das zum Zynismus.

Aber beantworten Sie doch mal meine Frage, anstatt mir diesen zu unterstellen ? Sonst ist die Unterstellung bei Ihnen !

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