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17.05.2014

12:37 Uhr

Bergwerk in Soma

Zahl der Opfer nach Grubenunglück in der Türkei steigt

301 Tote sind aus dem Bergwerk in Soma geborgen worden. Doch ein Feuer behindert weitere Bergungsarbeiten. Der Zorn der Angehörigen richtet sich gegen die Regierung. Vor Ort kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Opferzahl in Soma weiter gestiegen

Video: Opferzahl in Soma weiter gestiegen

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SomaVier Tage nach dem schweren Bergwerk-Unglück im west-türkischen Soma hat am Samstag ein Feuer die Bergungsarbeiten behindert. Energieminister Taner Yildiz sagte vor Journalisten, in Teilen der Grube sei ein Brand ausgebrochen. Dort befänden sich noch drei vermisste Bergleute. Es gilt als unwahrscheinlich, dass sie noch leben. Tot geborgen wurden nach Worten des Ministers bislang 301301 Bergarbeiter.

Kollegen der Opfer und Familienangehörige den Behörden und der Regierung in Ankara eine Mitschuld an dem Drama. Sie werfen ihnen vor, die Profitinteressen der Bergwerks-Betreiber über Sicherheitsinteressen zu stellen. Nach dem schweren Bergwerksunglück in der Türkei versucht die Regierung in Ankara, die wachsenden Proteste mit Gewalt zu unterdrücken. Die Demonstranten in Soma weigerten sich trotz Aufforderung der Polizei, sich zurückzuziehen, und antworteten mit Steinwürfen auf den Tränengaseinsatz. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt, wie eine AFP-Reporterin beobachtete. Die Menge rief Parolen wie „Rücktritt der Regierung“ oder „Soma, schlaf nicht, vergiss die Kumpel nicht.“

Nach Grubenunglück: Hat Erdogan geohrfeigt?

Nach Grubenunglück

Hat Erdogan geohrfeigt?

Angeblich soll der türkische Ministerpräsident Erdogan handgreiflich geworden sein. Möglicherweise hat er ein Mädchen geschlagen, das ihn nach dem Grubenunglück als „Mörder“ ihres Vaters beschimpft hatte.

Erdogan hatte Soma am Mittwoch besucht und viele Bewohner gegen sich aufgebracht, als er über die angebliche Unvermeidbarkeit von Bergwerksunfällen sprach: „So etwas passiert eben“, sagte er. Daraufhin wurde Erdogans Wagenkolonne von wütenden Demonstranten attackiert, die den Rücktritt des Ministerpräsidenten forderten.

Die Demonstranten hatten versucht, zu einem Denkmal für Bergleute in Zentrum der Stadt zu marschieren, waren aber von der Polizei aufgehalten worden. Auf einem Protest-Transparent war zu lesen: „Keine Kohle kann die Kinder der Väter wärmen, die im Bergwerk gestorben sind.“

Die Ursache der Katastrophe blieb auch drei Tage danach unklar. Das Unternehmen wie auch die regierende AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wiesen Vorwürfe mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen und Fehlverhaltens zurück.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.05.2014, 18:14 Uhr

na bitte, nur eine kleine Krise und das wahre, islamishce Monster-Gesicht kommt zum Vorschein. Das sind die WAHREN Türken. Aber hier in Deutschland wird man ja gesteinigt, wenn man etwas gegen die Türken sagt.


Account gelöscht!

16.05.2014, 20:53 Uhr

Zitat pro-d:"Das sind die WAHREN Türken".
Die wahren Türken sind für mich diejenigen, die für Demokratie, Meinungsfreiheit und gegen Korruption auf die Straße gehen und von Erdogans Schlägertrupps niedergeknüppelt werden.

Und dieser Möchtegern-Cäsar, der die Meinungsfreiheit mit Füßen tritt, will in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit Verfassungsrang hat, noch eine Wahlkampfveranstaltung abhalten und eben gegen unser Wertesystem hetzen. Ich finde, die deutschen Damen und Herren Volksvertreter sollten dafür sorgen, dass Erdogan diese Veranstaltung eben nicht in Köln abhalten kann. Das wären dann für mich die WAHREN Deutschen.

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