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19.06.2017

08:41 Uhr

Bericht des UN-Flüchtlingshilfswerks

65,5 Millionen Menschen – Es gab noch nie so viele Flüchtlinge

65,5 Millionen – so viele Menschen sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks weltweit auf der Flucht. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl damit praktisch verdoppelt. Die meisten Vertriebenen kommen aus Syrien.

Über fünf Millionen der Flüchtlinge kamen im vergangen Jahr aus Syrien. Darunter waren auch viele Kinder. dpa

65,5 Millionen Menschen auf der Flucht

Über fünf Millionen der Flüchtlinge kamen im vergangen Jahr aus Syrien. Darunter waren auch viele Kinder.

GenfNeues Rekordzahl an Flüchtlingen und im eigenen Land Vertriebenen weltweit: Vor Krieg, Gewalt und Verfolgung waren im vergangenen Jahr 65,5 Millionen Menschen auf der Flucht, 300.000 mehr als im Jahr davor. Jeder fünfte stammte aus Syrien. Jede einzelne Minute des Jahres mussten irgendwo auf der Welt 20 Menschen fliehen, berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) am Montag in Genf. Jeder 113. Mensch auf der Welt ist ein Flüchtling. Seit 1997 hat sich die Flüchtlingszahl damit praktisch verdoppelt.

Darunter waren 22,5 Millionen Menschen, die in andere Länder flüchteten und 40,4 Millionen Vertriebene, die in ihren Heimatländern Unterschlupf fanden. Die Gesamtzahl lag knapp über der des Vorjahres. Das suggeriere eine Stagnation der Lage, aber das sei falsch, sagte Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi. „Das verschleiert nur, wie instabil die Lage in vielen Regionen ist.“ Millionen Menschen seien in ihre Heimatorte zurückgekehrt, ohne dass die Lage wirklich sicherer war. Andere hätten ein neues Zuhause in Drittländern gefunden. Neu wurden 10,3 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

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„Wir schaffen das“, versprach Bundeskanzlerin Merkel im Jahr 2015. Nun zeigt sich: Die Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt kommt nicht voran. Neue Zahlen zeigen, wie wenig Menschen bisher Jobs gefunden haben.

Besonders alarmiert ist das UNHCR über die Lage im Südsudan, die außer Kontrolle zu geraten droht. Das Land steht nach Anzahl der ins Ausland geflüchteten Landsleute mit 1,4 Millionen Menschen bereits an dritter Stelle, hinter Syrien mit 5,5 Millionen und Afghanistan mit 2,5 Millionen. Seit Jahresbeginn seien aus dem Südsudan weitere 500.000 Menschen geflohen. Das Land ist erst seit 2011 mit damals zwölf Millionen Einwohnern unabhängig geworden. Zwei Jahre später brachen Kämpfe zwischen verschiedenen Ethnien um die Vorherrschaft aus.

Zählt man die über die Grenzen Geflüchtete und intern Vertriebene zusammen, steht Syrien an erster Stelle mit zwölf Millionen. 650 von 1.000 Einwohnern sind auf der Flucht. Danach kommt Kolumbien mit 7,7 Millionen, gefolgt von Afghanistan mit 4,7 Millionen, Irak mit 4,2 Millionen und Südsudan mit 3,3 Millionen, dahinter liegen Kongo, Somalia, Nigeria, Ukraine und Jemen. 84 Prozent fanden in Entwicklungsländern Zuflucht. „Dies ist keine Krise der reichen Welt, sondern eine Krise der Entwicklungsländer“, betonte Grandi.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Martin Wienand

19.06.2017, 10:41 Uhr

Zig Millionen Kinder, die dringendst Hilfe brauchen, allein vier Millionen in Syrien.

Wir verballern über 40 Milliarden hier pro Jahr für 1,5 Millionen Flüchtlinge, meist junge Männer.

Ein paar hundert Millionen Euro für verhungernde Kinder sind aus Geldmangel bei UNICEF, siehe Link, nicht mehr übrig.

Die Flüchtlingspolitik in D ist vollkommen unprofessionell und damit inhuman. Was für ein Desaster.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-06/unicef-hilfe-syrische-kinder-geldmangel?wt_zmc=sm.ext.zonaudev.mail.ref.zeitde.share.link.x

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