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01.06.2013

02:25 Uhr

Bericht

Mittelsmann in Karachi-Affäre in Paris festgenommen

In der Affäre, die Ex-Präsident Sarkozy in Frankreich arg unter Druck gesetzt hatte, gibt es offenbar einen Durchbruch: Ein Drahtzieher ist festgenommen worden – kurz bevor er sich ins Ausland absetzen wollte.

Polizisten patrouillieren vor dem Louvre-Museum in Paris. Reuters

Polizisten patrouillieren vor dem Louvre-Museum in Paris.

ParisIn Frankreich ist ein wichtiger Mittelsmann in der sogenannten Karachi-Affäre festgenommen worden. Der französisch-libanesische Geschäftsmann Ziad Takieddine werde verdächtigt, sich ins Ausland absetzen zu wollen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Justizkreisen in Paris.

Der Geschäftsmann, der in den 1990er Jahren bei Rüstungsgeschäften mit Pakistan und Saudi-Arabien als Vermittler diente, hatte demnach versucht, sich einen dominikanischen Diplomatenausweis zu besorgen, um so außer Landes fliehen zu können.

Takieddine muss sich unter anderem wegen Beihilfe zur Veruntreuung öffentlicher Mittel verantworten sowie wegen Steuerhinterziehung. Wegen der Ermittlungen darf er Frankreich nicht verlassen. Er wird nun verdächtigt, versucht zu haben, sich für 200.000 Dollar einen Diplomatenpass der Dominikanischen Republik zu kaufen. Dies gehe aus einem Schriftstück hervor, das im April bei einer Durchsuchung seines Hauses gefunden wurde, sagte eine mit den Ermittlungen vertraute Quelle.

In der Karachi-Affäre geht die französische Justiz dem Verdacht nach, dass ein Teil des Schmiergelds, das von Frankreich im Zusammenhang mit Waffenlieferungen nach Pakistan und Saudi-Arabien gezahlt worden war, wieder nach Frankreich zurückfloss, um den Präsidentschaftswahlkampf des damaligen konservativen Premierministers Edouard Balladur zu finanzieren. Balladur trat 1995 gegen seinen Parteifreund Jacques Chirac an, doch gewann dieser die Wahl.

Der Skandal wurde im Präsidentschaftswahlkampf vergangenes Jahr von Rivalen des damaligen Präsidenten Sarkozy aufgewärmt. Sarkozy, zu der Zeit Finanzminister, soll die Zahlungen gebilligt und damit erst ermöglicht haben. Sarkozy hatte die Sache bestritten und gesagt, er hätte „weder von fern oder nah“ mit der Sache etwas zu tun gehabt.

Von

afp

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