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06.01.2005

14:14 Uhr

Bericht sieht mehr Vorfälle

US-Regierung sorgt sich um Antisemitismus in Europa

Das US-Außenministerium sorgt sich um wachsenden Antisemitismus in Europa. Die Entwicklung werde sich mit dem Zuzug von Muslimen noch beschleunigen, warnt die Regierung in einem Antisemitismus-Bericht, der am Mittwoch (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde.

HB WASHINGTON. Darin werden die Anstrengungen der europäischen Regierungen gelobt, Antisemitismus zu bekämpfen, doch würden Vorkommnisse nicht überall gleichermaßen strikt verfolgt.

„Der Bericht konzentriert sich auf Europa, weil dort viele antisemitische Zwischenfälle vorkommen“, sagte der Sonderbeauftragte für Holocaust-Angelegenheiten, Edward O'Donnell. In Osteuropa kämen antisemitische Attacken vor allem aus traditionell rechtsradikalen Kreisen, heißt es in dem Bericht. Dort seien vor allem alte anti- jüdische Klischees verbreitet.

In Westeuropa spielten aber radikalisierte Muslime eine immer größere Rolle. Vorfälle hingen dort inzwischen oft mit den Ereignissen im Nahen Osten und Hass auf Israel zusammen. Auch in arabischen Medien nehme der Antisemitismus zu. Dort werde immer häufiger die Terminologie des Holocausts benutzt, um Israel und seine politische Führung zu dämonisieren.

„Die steigende Häufigkeit und Härte antisemitischer Vorfälle seit dem Beginn des 21. Jahrhunderts, vor allem in Europa, zwingt die internationale Gemeinschaft, sich mit neuem Elan dem Antisemitismus entgegenzustellen“, verlangt der Bericht. Es ist der erste seiner Art. Präsident George W. Bush hatte den jährlichen Überblick über antisemitische Vorkommnisse weltweit angeordnet und im Oktober per Gesetz festgeschrieben.

Nächste Woche tagt der Jüdische Weltkongress (WJC) in Brüssel. Der Zusammenschluss jüdischer Organisationen ist besorgt über Umfragen in Europa, wonach viele Menschen Israel als Bedrohung für den Weltfrieden sehen.

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