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28.10.2011

13:08 Uhr

Berlusconi-Pläne

Gewerkschaften kündigen großen Widerstand an

Die von Ministerpräsident Silvio Berlusconi vorgelegten Sanierungspläne machen die italienischen Gewerkschaften mobil. In seltener Einigkeit könnten sie sogar einen Generalstreik ausrufen.

Proteste in Rom Anfang September dpa

Proteste in Rom Anfang September

RomDie italienischen Gewerkschaften scheinen zum Widerstand gegen die von Regierungschef Silvio Berlusconi vorgelegten Sanierungspläne entschlossen - bis hin zum Generalstreik. Sie machen gegen die von Berlusconi in dieser Woche angekündigten Erleichterungen von Entlassungen auch bei unbefristeten Arbeitsverträgen mobil, wie italienische Medien übereinstimmend berichteten.

„Diese Regierung muss gehen, an jedem Tag häuft sie neuen Schutt auf unserer Gegenwart und vor allem unserer Zukunft auf“, sagte die Generalsekretärin der größten Gewerkschaft CGIL, Susanna Camusso, der Zeitung „L'Unità“. Auch die Gewerkschaften CISL und UIL könnten in einer für sie seltenen Einigkeit bei einem Generalstreik mitmachen.

„Wir haben einen Arbeitsminister (Maurizio Sacconi), der die Arbeitnehmer hasst“, meinte Camusso in dem Interview. Sie warf die Frage auf, ob Berlusconi die „Freiheit, zu entlassen“, im Parlament in Rom wie schon oft mit der Vertrauensfrage durchsetzen werde. Die Gewerkschaften CGIL und UIL - zusammen etwa vier Millionen Mitglieder - wollten bereits am Freitag in Rom gegen Berlusconi demonstrieren.

Der Regierungschef hatte unter Reformdruck der EU dem jüngsten Gipfel in Brüssel ein umfangreiches Papier mit Absichtserklärungen zu Liberalisierungen, einer Rentenreform und Infrastrukturprogrammen für mehr Wachstum in dem hoch verschuldeten Italien vorgelegt. Bis Mai 2012 soll danach eine Gesetzesreform mit neuen Regeln Italiens Unternehmen es erleichtern, aus wirtschaftlichen Gründen Arbeitnehmer zu entlassen, die mit unbefristeten Arbeitsverträgen eingestellt wurden.

Im Gegensatz zu den drei Gewerkschaften begrüßte die größte Arbeitgeberorganisation Confindustria die „klaren Verpflichtungen“, die von der Regierung Berlusconi in Brüssel eingegangen worden seien. Jetzt sei Mut zu Reformen nötig, so Verbandschefin Emma Marcegaglia.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

28.10.2011, 14:55 Uhr

Das wäre der größte Verdienst der italienischen Gewerkschaften, wenn sie dafür sorgten, dass der deutsche Michel endlich kapiert, wo es mit dem Euro langgeht. Von wegen, wir haben am meisten vom Euro gehabt - höchstens am meisten von mittlerweise vergemeinschafteten Schuldenkuchen.
Wenn es die italienischen Gewerkschaften schaffen, den Euro zu torpedieren, müsste ihnen allerdings in jeder Großstadt ein Denkmal aufgestellt werden, da sie damit - freilich unfreiwillig - die Sperrspitze gegen die Etablierung der EUSSR bildeten!

Account gelöscht!

04.11.2011, 15:42 Uhr

da schließe ich mich an
Es wird Zeit, dass die Krise endlich einmal offen angesprochen wird und es gesagt wird, dass der Euro Schuld ist.
Hilmar Kopper früher Chef der Deutschen Bank, hat dies neulich in einer TV-Sendung sehr schön erklärt.
Der Euro-Fanatismus unserer Merkel und Konsorten muß endlich gestoppt werden

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