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23.01.2011

11:37 Uhr

Berlusconis Absturz

Vom Schlitzohr zur „Witzfigur“

Silvio Berlusconi hat schon viele Skandale überlebt. Doch die jüngste Affäre um Sex mit minderjährigen Prostituierten könnte dem italienischen Ministerpräsidenten politisch endgültig das Genick brechen.

Nach Erkenntnissen der italienischen Staatsanwaltschaft soll sich eine beträchtliche Anzahl junger Frauen für Berlusconi prostituiert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass einige von ihnen als Gegenleistung für Sex mietfrei in mehreren Apartments in Mailand wohnen durften. Quelle: Reuters

Nach Erkenntnissen der italienischen Staatsanwaltschaft soll sich eine beträchtliche Anzahl junger Frauen für Berlusconi prostituiert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass einige von ihnen als Gegenleistung für Sex mietfrei in mehreren Apartments in Mailand wohnen durften.

rtr ROM. Im Zuge der jüngsten Ermittlungen gegen den italienischen Ministerpräsidenten und Medien-Unternehmer sind jüngst Zeugenaussagen junger Frauen an die Öffentlichkeit geraten, die sich fatal auf das Ansehen Berlusconis auswirken dürften. Sie zeichnen nicht mehr das Bild eines charismatischen Medientycoons und dynamischen Schlitzohrs, das viele Italiener liebten. In den Protokollen ist vielmehr die Rede von einem einsamen alten Mann, dem man für ein paar Gefälligkeiten leicht Geld aus der Tasche ziehen kann.

"Berlusconi ist zu einer Witzfigur geworden", sagt der Medienwissenschaftler Klaus Davi. "Er kommt wie ein alter Narr rüber, der von diesen Mädchen um den Finger gewickelt wird und als eine Art Geldautomat benutzt wird."

Das Echo in der Presse ist entsprechend vernichtend. Mit Überschriften wie "Das Ende der Fahnenstange" oder "Die Tragödie eines lächerlichen Mannes" ziehen nicht nur linksgerichtete Zeitungen wie "La Repubblica" über den rechtskonservativen Regierungschef her.

Selbst eher neutrale Blätter wie "La Stampa" oder "Corriere della Sera" porträtieren den 74-jährigen Ministerpräsidenten als einen Mann, der selbst von Vertrauten und Freunden übers Ohr gehauen wird und der von Starlets im Gegenzug für sexuelle Gefälligkeiten wie ein EC-Automat benutzt wird. Und in Italien vergibt man eher einem Sünder als einem Dummkopf.

Die Aussagen junger Frauen deuten zudem darauf hin, dass sich Berlusconi eine Art Harem hielt, was vor allem seinem Ansehen bei der weiblichen Wählerschaft nachhaltig schaden dürfte. "Über die Berichte von Seitensprüngen konnte sie eher hinwegsehen als über diesen Harem, das wirkt viel entwürdigender auf Frauen", sagt Davi. Nach Erkenntnissen der italienischen Staatsanwaltschaft soll sich eine beträchtliche Anzahl junger Frauen für Berlusconi prostituiert haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass einige von ihnen als Gegenleistung für Sex mietfrei in mehreren Apartments in Mailand wohnen durften.

Kommentare (3)

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trottellumme

23.01.2011, 17:55 Uhr

Am besten ist, unser Mafiafreund geht zu seinem intimus in Libyen, konvertiert zum islam; dann kann er bis zu 4 Frauen heiraten, das wär doch was....und ab und zu koennte er mit seinen intimus Koranbetestündchen im beduinenzelt abhalten (oder eher bettstündchen ?) ...gleiches Recht für alle....

k.h.a.

23.01.2011, 18:51 Uhr

in italien stört sich niemand daran, was berlusconi mit den Damen und seinem Geld macht. Die üblichen verdächtigen Staatsanwälte rennen ihm schon seit mehreren Amtszeiten mit Dreck an den Händen hinterher. Jedes Mal wurde er wieder gewählt.
Sex unter 14 ist strafbar (und von b. nicht bekannt) - drüber und mit Einwilligung nicht mehr. Also, was soll`s?

wolle 100

24.01.2011, 03:13 Uhr

Seit berlusconi Regierungschef ist, entfallen wenigstens die sonst in italien alle 4 Wochen nötigen Neuwahlen.
in wieweit die schon langjährige Verfolgungssucht der Mailänder (und nur dieser Staatsanwaltschaft)Staatsanwaltschaft nicht zumondest groteske, wenn nicht maffiöse, Züge hat, bleibt offen.

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