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31.07.2013

20:49 Uhr

Bernanke-Nachfolge

Bulldozer vs. Taube

VonNils Rüdel

Auch wenn US-Notenbankchef Ben Bernanke noch nicht gesagt hat, dass er aufhören will, tobt schon der Kampf um seine Nachfolge. Als Favoritin gilt Vize Janet Yellen – doch ein alter Bekannter setzt auf eine zweite Chance.

Janet Yellen: Wird sie Bernankes Nachfolgerin? Reuters

Janet Yellen: Wird sie Bernankes Nachfolgerin?

New YorkWie man sich Einfluss in den höchsten Machtzirkeln erhält, das weiß Larry Summers ziemlich gut. Es war im Jahr 2009, als der damalige Top-Wirtschaftsberater von US-Präsident Barack Obama kurzzeitig als möglicher neuer Chef der US-Notenbank Fed gehandelt wurde. Obama entschied sich schließlich für Amtsinhaber Ben Bernanke und gegen Summers.

Doch der erhielt im Gegenzug ein paar großzügige Privilegien, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete: einen Platz am Kabinettstisch etwa, Schutz durch Agenten des Secret Service und das seltene Recht, Obama E-Mails direkt aufs Blackberry schicken zu dürfen. Später verließ Summers das das Weiße Haus, doch auch heute noch gilt der 58-Jährige als Vertrauter des Präsidenten.

Nun scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Wieder will Lawrence „Larry“ Summers der nächste Chef der Fed werden. Amtsinhaber Ben Bernanke gilt nach acht Jahren an der Spitze als amtsmüde. Summers werden Chancen eingeräumt, doch als aussichtsreicher gilt die Vize-Chefin der Fed, Janet Yellen.

Fed-Chef: Bernanke verschafft sich Luft

Fed-Chef

Bernanke verschafft sich Luft

Die US-Notenbank Fed hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest. Wie lange noch, das sollen die Wirtschaftsdaten entscheiden. Mit dieser Aussage hat Fed-Chef Bernanke die Märkte beruhigt – und sich selbst Spielraum gegeben.

Damit konkurrieren zwei Menschen miteinander, die beide als ökonomische Überflieger gelten, aber unterschiedlicher kaum sein könnten: Hier der ruppige Summers, Ex-Finanzminister von Bill Clinton und Ex-Präsident der Eliteuniversität Harvard, Washington-Insider und Teil eines Jungs-Zirkels aus Top-Wirtschaftspolitikern und Finanzmanagern. Dort die besonnene Wirtschaftsprofessorin, die seit Jahren höchste Posten im Fed-System bekleidet, Clinton in Wirtschaftsfragen beriet, ansonsten aber kaum über Drähte ins Weiße Haus verfügt.

Die Personalie gehört zu den derzeit heißesten Themen an den Finanzmärkten und in Politik-Kreisen. Zu vergeben ist schließlich einer der einflussreichsten Posten der Weltwirtschaft. Seit Tagen tobt in den USA eine Art politischer Wettstreit darum, wer ihn ausfüllen soll. Und das, obwohl sich Bernanke noch nicht einmal selbst über seine Zukunft geäußert hat.

Klar ist nur: Der Nachfolger oder die Nachfolgerin Bernankes wird die komplizierte Aufgabe haben, in einer wackligen Konjunktur irgendwann die milliardenschweren Stützungsprogramme der Fed herunterzufahren. Seit Monaten hält die Notenbank die Zinsen nahe Null und kauft Staatsanleihen und Immobilienpapiere an, um die Wirtschaft anzukurbeln. Auch am Mittwoch gab es nach dem Treffen des zuständigen Offenmarkt-Ausschusses der Fed keine neuen Hinweise, wann die Notenbank auf die Bremse treten will. Zu schwach sei nach wie vor das Wachstum, zu hoch die Arbeitslosigkeit.

Kommentare (3)

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Aufwachen

31.07.2013, 22:16 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

werner

01.08.2013, 00:46 Uhr

egal welche religion der hat,er ist der unfaehigste banker round the world und so sieht der auch aus.dass greenspan dessen bekloppte eskapaden mit ansehen muss ist eine schlechte belohnung fuer greenspan,der jude ist.

Republikaner

01.08.2013, 07:59 Uhr

Der hat durch die jahrelange Niedrigstzinspolitik eine Atombombe unter die Finanzmärkte gelegt unglaublichen Ausmaßes. Wenn die Blasen an US und Euro Aktien- und Rentenmärkte platzen sollten - der Juni gab einen Vorgeschmack - wird keine Stein mehr auf dem anderen bleiben. Aus dieser Sackgasse zu kommen ohne gewaltige Kollateralschäden ist nicht möglich.

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