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17.03.2014

12:21 Uhr

Bernd Meyer zur Krim-Krise

Wissenschaftler mahnt zu kühlem Kopf

Der Krim-Konflikt hat den Blick auf die deutsche Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus Russland gelenkt. Aus Sicht des Energieexperten Bernd Meyer ist diese Abhängigkeit derzeit ohne Alternative.

Der 61-jährige Verfahrenstechniker Bernd Meyer stammt aus Annaberg-Buchholz im Erzgebirge und steht seit 2008 als Rektor an der Spitze der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Studiert hat er an der Technischen Hochschule Leuna/Merseburg und an der Bergakademie. Er leitet unter anderem Arbeiten zur Vergasung von Kohle und Abfallstoffen, Gas- und Ölspaltung sowie zur Biomassevergasung. dpa

Der 61-jährige Verfahrenstechniker Bernd Meyer stammt aus Annaberg-Buchholz im Erzgebirge und steht seit 2008 als Rektor an der Spitze der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Studiert hat er an der Technischen Hochschule Leuna/Merseburg und an der Bergakademie. Er leitet unter anderem Arbeiten zur Vergasung von Kohle und Abfallstoffen, Gas- und Ölspaltung sowie zur Biomassevergasung.

FreibergDer Energieexperte und Rektor der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, Bernd Meyer, mahnt im Krim-Konflikt mit Russland zu kühlem Kopf. Das Land sei 40 Jahre lang ein zuverlässiger Rohstofflieferant gewesen. Er warne, dieses Verhältnis aufs Spiel zu setzen

Wie hoch ist die deutsche Abhängigkeit von Rohstoffimporten aus Russland?

Die Abhängigkeit ist vor allem im Energiebereich groß. Bis zu 40 Prozent des Erdgases und des Erdöls, das in Deutschland verbraucht wird, stammt aus Russland. Dabei ist das Land in den vergangenen 40 Jahren ein verlässlicher Partner gewesen. Das ist für eine exportorientierte Wirtschaft wie der deutschen wichtig.

Ließen sich Erdöl und Erdgas nicht auch von anderen Lieferanten besorgen?

Die Umstellung würde erhebliche Kosten verursachen. Es müssten neue Transportwege, zum Beispiel neue Pipelines, gebaut werden. Das ist teuer.

Die Bergakademie entwickelt das bekannte Verfahren der Kohlevergasung weiter, mit dem aus Kohle Synthesegas gewonnen wird. Wäre das eine Möglichkeit, sich aus der Abhängigkeit von Russland zu lösen?

Kaum. Aus der gesamten (inländischen) Braunkohleförderung eines Jahres - das sind aktuell rund 170 Millionen Tonnen - ließen sich theoretisch etwa 25 bis 30 Millionen Tonnen Erdöläquivalent gewinnen. Das entspricht nicht einmal einem Drittel des jetzigen Verbrauchs. Grundsätzlich wäre es aber möglich, die wichtigsten Basischemikalien aus Braunkohle herzustellen. Für jährlich rund 9 Millionen Tonnen Olefine wären 70 Millionen Tonnen Braunkohle ausreichend. Das könnte aber wegen der hohen Investitionen nur in kleinen Schritten erfolgen. Beim Kraftstoff sehe ich überhaupt keine Alternative. Der Verbrauch liegt mit derzeit jährlich 50 Millionen Tonnen einfach zu hoch.

Kommentare (3)

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17.03.2014, 14:56 Uhr

Widerspruch! Das ist politische Propaganda.

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17.03.2014, 17:14 Uhr

"Das Land sei 40 Jahre lang ein zuverlässiger Rohstofflieferant gewesen. Er warne, dieses Verhältnis aufs Spiel zu setzen"

die Feststellung ist korrekt, rechtfertig aber nicht zu dem Schluss, dass es keine Alternative gäbe. Letzteres ist schlechthin eine ganz andere Aussage.

Account gelöscht!

18.03.2014, 16:19 Uhr


Ursache aller Probleme sind das Expansionismus der Nato+Europa ostwaerts unterstuetzt von USA,die panisch sind das Europa voellig mit Russland kooperiert,weil dann verliert die USA viel an Bedeutung.Planetarisch gesehen ist die Kooperation Europa mit Russland richtig,weil Russland ueber 25% aller globalen Bodenschaetze verfuegt,woran Europa so arm ist.Europa ist reich an IndustieAnlagen,technische Verfahren,industielle Produkte woran Russland so arm ist.Deshalb muessen Politiker die diese UkraineKrise verursacht haben,in die Schranken gewiesen werden als falsche Zukunft fuer Europa.Besonders Laender wie Polen+Litauen die aus historischen Gruenden noch von der polnisch/litauischen Union traeumen.Eine Verbesserung der Situation koennte kommen wenn Ukraine die Moeglichkeit geboten wird zwischen beiden Bloecken zu leben,also zwischen EU+Russland,was dann automatisch die Kooperation zwischen EU+Russland befoerdern wurde+das Auseinanderfallen des Landes verhindern wuerde
Konsequenzen fuer die Europawahl wird es am 22. Mai bestimmt geben

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