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31.05.2017

14:58 Uhr

Bernie Sanders

US-Senator attackiert Trump wegen Merkel

Trump nennt die deutsche Handels- und Militärpolitik „very bad“, Merkel sieht in den USA keinen verlässlichen Partner mehr. Zwischen den beiden knirscht es heftig. Jetzt bekommt Merkel prominente US-Unterstützung.

Der US-Politiker stellt sich auf die Seite der Bundeskanzlerin. dpa

Bernie Sanders

Der US-Politiker stellt sich auf die Seite der Bundeskanzlerin.

BerlinDer frühere US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat Deutschland und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gegen Kritik von US-Präsident Donald Trump in Schutz genommen. „Einen langjährigen Verbündeten wie Deutschland zu beleidigen ist etwas, womit viele von uns sich unwohl fühlen“, sagte der 75 Jahre alte Senator aus dem Bundesstaat Vermont am Mittwoch in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Meiner Ansicht nach ist es nicht akzeptabel, dass der Präsident die Kanzlerin öffentlich attackiert.“

Trump hatte Deutschland auf Twitter für den Handelsüberschuss und die aus seiner Sicht zu geringen Militärausgaben kritisiert. Der Präsident fügte hinzu: „Sehr schlecht für die USA. Das wird sich ändern.“ Die Äußerung folgte auf die denkwürdige Bierzelt-Rede, in der Merkel gesagt hatte, Europa könne sich nicht mehr uneingeschränkt auf seine Partner verlassen.

Sean Spicer: Verhältnis Trumps zu Merkel „ziemlich unglaublich“

Sean Spicer

Verhältnis Trumps zu Merkel „ziemlich unglaublich“

Sein Chef kritisiert, Sean Spicer lobt: Trumps Sprecher versucht, die Twitter-Wogen des US-Präsidenten zu glätten. Er findet Merkels Aufruf an die Europäer „großartig“ - wie auch die Beziehung der beiden Staatschefs.

Sanders betonte, dass viele Amerikaner anderer Meinung als Trump seien. „Die Vereinigten Staaten, Deutschland und natürlich auch Europa haben langjährige und lebenswichtige Beziehungen und diese müssen aufrecht erhalten werden“, sagte der linke Spitzenpolitiker. „Wenn es Differenzen gibt, sollten sie im Stillen gelöst werden.“

Der parteilose Sanders warf Trump vor, die USA auf einen autoritären Pfad führen zu wollen. Mit Blick auf Trumps erste Auslandsreise, bei der Saudi-Arabien das erste Ziel war, sagte Sanders: „Es ist ziemlich bemerkenswert, dass er sich wohler bei autoritären Persönlichkeiten wie Putin oder der Führung Saudi-Arabiens fühlt als in Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs demokratischer Länder.“

Der Senator widersprach der Einschätzung von Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), dass die USA ihre Führungsrolle im westlichen Bündnis eingebüßt hätten. „Ich glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten wieder schwächer werden“, sagte er. Die Krisen dieser Welt erforderten aber internationale Zusammenarbeit. „Es gibt viele Dinge zusammen zu tun.“ Als Beispiele nannte er den Klimaschutz und den Kampf gegen den Terrorismus.

Sanders war im Vorwahlkampf der Demokratin Hillary Clinton unterlegen. Er zählt zu den schärfsten Kritikern Trumps. Noch bis Donnerstag ist Sanders in Berlin, um sein Buch „Unsere Revolution“ vorzustellen. Es erscheint am 2. Juni in deutscher Übersetzung.

Von

dpa

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