Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.04.2014

03:41 Uhr

Beschaffungsprobleme

Hinrichtung mit geheimem Giftmix in den USA misslingt

Die USA haben Probleme damit, Medikamente für die Hinrichtung per Giftspritze zu beschaffen. Deshalb experimentieren viele Bundesstaaten mit Giftmischungen unbekannter Herkunft. In Oklahoma ging das schief.

Hinrichtungsdrama in den USA

„Er lag offensichtlich in Todesqualen“

Hinrichtungsdrama in den USA: „Er lag offensichtlich in Todesqualen“

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

Oklahoma CityBei einer Hinrichtung im US-Staat Oklahoma ist es zu Problemen mit einem neuen Giftmix gekommen. Rund 20 Minuten nach Verabreichung des ersten Medikaments sei die Exekution von Clayton Lockett am Dienstag unterbrochen worden, sagte der Direktor des Strafvollzugs, Robert Patton. Als dann alle drei Wirkstoffe injiziert wurden, starb er demnach an einer Herzattacke.

Die Exekution begann den Angaben zufolge um 18:23 Uhr (Ortszeit). Ein Arzt erklärte Lockett zehn Minuten später für bewusstlos. Doch rund drei Minuten danach begann der Todeskandidat schwer zu atmen, sich auf der Bahre zu krümmen, die Zähne zusammenzubeißen und zu zittern.

Der 38-jährige Lockett wurde für schuldig befunden, eine 19-Jährige ermordet zu haben. Nach dessen misslungener Hinrichtung wurde die ebenfalls für Dienstagabend vorgesehene Exekution des verurteilen Mörders Charles Warner ausgesetzt.

Erst vergangene Woche hatte das Oberste Gericht von Oklahoma einen Antrag auf Hinrichtungsaufschub abgelehnt. Die Todeskandidaten hatten gegen die Geheimhaltung der Herkunft der Gift-Cocktails geklagt.

Einem Bericht der "New York Times" zufolge sollten beide Gefangenen ursprünglich bereits im März hingerichtet werden. Doch offiziellen Angaben zufolge sei es den Behörden nicht gelungen, rechtzeitig die Giftstoffe zu kaufen. Später erklärte Oklahoma, es habe einen zugelassenen Hersteller gefunden, der den Giftmix bereitstellen werde. Dessen Identität blieb im Dunkeln.

US-Staaten, in denen es die Todesstrafe gibt, haben seit mehreren Jahren Probleme damit, ihre Giftspritzen zu füllen. Denn europäische Pharmaunternehmen weigern sich inzwischen, die entsprechenden Stoffe zu liefern. Das führte dazu, dass die Ärzte bei den Hinrichtungen mit immer neuen Medikamenten-Kombinationen experimentieren.

Der "New York Times" zufolge beziehen Oklahoma und andere US-Bundesstaaten ihre Gift-Cocktails inzwischen bei Laboren, die Medikamente auf Bestellung mischen. Die Beamten hätten am Dienstag geschworen, das Gift sei auf legalem Wege bei zugelassenen Apotheken beschafft worden, und das Verfallsdatum sei nicht abgelaufen gewesen.

Kommentare (8)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

30.04.2014, 07:45 Uhr

Spiegel Online schreibt heute zu dem Vorgang:

...."Die Vorhänge wurden gesenkt, damit die Personen im Zuschauerraum nicht mehr sehen konnten, was in der Todeszelle vor sich ging. Oklahomas Strafvollzugschef Robert Patton ließ die Hinrichtung unterbrechen. Für Lockett kam der Schritt zu spät. Laut der Gefängnisverwaltung starb er 43 Minuten nach der ersten Spritze an einem Herzinfarkt."...
___________________________________________

Rache und Vergeltung als Rechtsprinzip bleiben fragwürdig.

Account gelöscht!

30.04.2014, 07:53 Uhr

Die spinnen die Amis! Sanktionen gegen Russland fordern, bei Kirchengesängen und der Nationalhymne feuchte Augen bekommen und selbst versuchen, übelsten Sadismus zu kultivieren. Von Günter Wallraff gibt es ein Buch "Ganz unten" - wieso habe ich mich beim Lesen des Artikels nur daran erinnert??

Account gelöscht!

30.04.2014, 07:54 Uhr

Statt die Gefangenen zu quälen, sollte in den USA (und in allen übrigen Staaten der Welt natürlich auch) die Todesstrafe sofort und für immer abschafft werden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×