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03.04.2013

13:50 Uhr

Beschuss aus Gaza

Israel reagiert mit Luftangriffen

Nachdem Extremisten aus dem Gaza-Streifen am Dienstag und Mittwoch drei Raketen auf Israel abgeschossen hatten, reagiert Israel nun mit Luftangriffen auf Extremistenstellungen in dem abgeriegelten Küstengebiet.

Nach Monaten der relativen Ruhe nehmen die Spannungen an der israelischen Grenze zum Gaza-Streifen wieder zu. Erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe mit der Hamas vor vier Monaten reagierte die israelische Luftwaffe am Dienstag mit Luftangriffen auf mehrere Raketenangriffe von dort auf israelische Dörfer. ap

Nach Monaten der relativen Ruhe nehmen die Spannungen an der israelischen Grenze zum Gaza-Streifen wieder zu. Erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe mit der Hamas vor vier Monaten reagierte die israelische Luftwaffe am Dienstag mit Luftangriffen auf mehrere Raketenangriffe von dort auf israelische Dörfer.

Gaza-Stadt/JerusalemNach Monaten der relativen Ruhe nehmen die Spannungen an der israelischen Grenze zum Gaza-Streifen wieder zu. Erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe mit der Hamas vor vier Monaten reagierte die israelische Luftwaffe am späten Dienstagabend mit Luftangriffen auf Extremistenstellungen in dem abgeriegelten Küstengebiet auf mehrere Raketenangriffe von dort auf israelische Dörfer. Auch am Mittwoch schlugen aber wieder zwei Geschosse aus dem Gazastreifen im Süden Israels ein. Verletzt wurde dabei niemand. Auch an der israelischen Nordgrenze wuchs die Furcht vor einer Eskalation: Nach neuerlichem Beschuss einer Militärpatrouille aus Syrien erwiderten israelische Soldaten das Feuer auf syrisches Gebiet.

Bereits am Vortag hatten Extremisten aus dem Gaza-Streifen drei Raketen auf Israel abgeschossen. Zu dem Angriff bekannte sich ein Ableger der Extremisten-Gruppe Al-Kaida, Magles Schura al-Mudschahadin. Nach dem Beschuss nahm Israel nach eigenen Angaben zwei Extremisten-Stützpunkte im nördlichen Gaza-Streifen unter Beschuss. Das Gebiet wird von der radikal-islamischen Hamas regiert, entsprechend macht Israel sie für die Einhaltung der unter ägyptischer Vermittlung im November vereinbarten Waffenruhe verantwortlich. Diese hatte einen mehrtägigen Krieg beendet, bei dem etwa 170 Palästinenser und sechs Israelis getötet wurden.

Israels Offensiven im Gazastreifen

23. Juli 2002

Bei einem israelischen Raketenangriff werden in Gaza der militante Palästinenserführer Scheich Salah Schehada und 14 weitere Menschen getötet, darunter neun Kinder. Nach israelischen Angaben war er Drahtzieher mehrerer Terroranschläge.

6. März 2003

Mit einem Panzervorstoß gegen das Flüchtlingslager Dschabalia im Gazastreifen reagiert Israel auf einen Terroranschlag in Haifa.

28. August 2003

Israelische Kampfhubschrauber feuern in Chan Junis im südlichen Gazastreifen Raketen ab. Dabei wird Hamdi Kadach getötet, der für den Mörserbeschuss israelischer Siedlungen verantwortlich gewesen sein soll.

20. Oktober 2003

Bei israelischen Luftangriffen werden mindestens 13 Palästinenser getötet. Einer der Getöteten, Chaled Masri, wird als ein führender Waffenbeschaffer der Hamas bezeichnet.

22. März 2004

Scheich Ahmed Jassin, Gründer und geistlicher Führer der Hamas, wird in Gaza von einer israelischen Rakete getötet.

17. April 2004

Jassins Nachfolger Abdel Asis Rantisi stirbt in Gaza bei einem israelische Luftangriff.

21. Oktober 2004

Adnan el Rul, ranghoher Führer des bewaffneten Arms der Hamas, wird bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Auto in Gaza getötet.

28. Juni 2006

Die israelische Armee rückt zur Befreiung des am 25. Juni verschleppten Soldaten Gilad Schalit mit Bodentruppen in den Gazastreifen ein.

1. November 2006

Die Armee tötet bei Kämpfen von Bodentruppen in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen mindestens 34 Palästinenser.

5. Juli 2007

Israels Armee stößt mit Panzern auf Flüchtlingslager im zentralen Gazastreifen vor, mindestens elf Palästinenser sterben.

1. März 2008

Israel startet die Operation „Heißer Winter“. Bei den Kämpfen mit Bodentruppen sterben über 100 Menschen.

27. Dezember 2008

Israel beginnt mit Luftangriffen auf Hamas- Einrichtungen im Gazastreifen, wenige Tage später beginnt die Bodenoffensive „Gegossenes Blei“. Bis am 18. Januar eine Waffenruhe in Kraft tritt sterben nach palästinensischen Quellen mindestens 1310 Palästinenser, die Israelis melden 13 Tote.

9. April 2011

Drei Hamas-Kommandeure werden in Rafah bei einem israelischen Angriff von Raketen eines Kampfflugzeugs getötet.

9. März 2012

Das israelische Militär tötet bei zwei Luftangriffen im Gazastreifen insgesamt fünf Palästinenser, darunter den Kommandeur der militanten Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitee, Zuher al Kesi.

Unterdessen drohte der Syrien-Konflikt erneut auf die Golan-Höhen überzugreifen. Dort gerieten Militärangaben zufolge israelische Soldaten auf Grenzpatrouille unter Beschuss. Unklar war, ob Rebellen oder Streitkräfte des syrischen Machthabers Baschar al-Assad auf die Israelis geschossen hatten. Israelische Panzer erwiderten das Feuer und trafen nach eigenen Angaben die Angreifer. Es war nicht das erste Mal, dass Granaten aus Syrien auf israelischem Territorium einschlugen. Israel befürchtet ein Übergreifen des Bürgerkriegs im Nachbarland.

Auch der Libanon wurde einmal mehr in den Syrien-Konflikt hereingezogen. Ein Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe flog Augenzeugen zufolge einen Angriff in dem Nachbarland. Der Jet habe eine Rakete auf ein Ziel im Vorort der Grenzstadt Arsal abgefeuert, hieß es am Mittwoch. Es habe keine Opfer gegeben. Das Flugzeug sei 20 Kilometer weit in den Libanon eingedrungen. Die Regierungstruppen haben im Kampf gegen Aufständische wiederholt Granaten auf libanesisches Staatsgebiet abgefeuert und sind in einigen Fällen dorthin vorgedrungen. Präsident Michel Suleiman sprach von einer inakzeptablen Verletzung der libanesischen Souveränität.

Von

rtr

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