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26.11.2012

17:32 Uhr

Besetzter Flughafen

Afrikanische Union setzt Ultimatum für Rebellen im Kongo

Die humanitäre Lage im Kongo ist verheerend. Hilfe soll über den Flughafen von Goma kommen. Doch bis Montagnachmittag hatten sich die Rebellen noch nicht aus der Stadt im Osten des Landes zurückgezogen.

45 Kilometer westlich von Goma, der von Rebellen besetzten Stadt, sitzen kongolesische Soldaten auf einem Laster. Reuters

45 Kilometer westlich von Goma, der von Rebellen besetzten Stadt, sitzen kongolesische Soldaten auf einem Laster.

Addis Abeba/KinshasaKurz vor Ablauf eineseines Ultimatums haben die Rebellen im Ostkongo nach Angaben der Hilfsorganisation World Vision die Stadt Goma am Montag weiterhin kontrolliert. Dort herrschte nach Angaben von Augenzeugen gespannte Ruhe. Beobachter erwarteten, dass die Rebellenorganisation M23 den Forderungen der Nachbarländer nachkommen und sich vor dem Ablauf der Frist am Abend zurückziehen würde. Andernfalls hatten mehrere Staaten der Region mit einem Militäreinsatz gedroht. Die Afrikanische Union (AU) berief am Nachmittag ein Krisentreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ein.

Laut World Vision ist auch der Flughafen von Goma geschlossen. „Es sind derzeit keine Hilfsflüge möglich sind.“ Die humanitäre Lage für die Bevölkerung in der Region sei „verheerend“. Besonders schlimm betroffen sind wiederum die Kinder, die teilweise stark unterernährt sind. „Viele zeigen die typischen aufgeblähten Bäuche, die auf mangelnde Ernährung hinweisen, viele Kinder weinen vor Hunger“, sagte Dominic Keyzer, der vor Ort für die Organisation tätig ist.

„Die Rebellen werden sich zurückziehen. Dafür gibt es bereits erste Anzeichen, da sie derzeit nicht weiterkämpfen“, sagte Nathan Byamukama von der Internationalen Konferenz der Großen Seen Afrikas (ICGLR), die dem Kongo bei einem Krisentreffen in Kampala am Samstag eine 48-stündige Frist gesetzt hatte. „Wenn sie in Goma bleiben, dann wird eine Regionaltruppe sie bekämpfen“, fügte er hinzu.

Erste Gespräche zwischen dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila und Rebellenführern am Wochenende seien sehr „ergebnisreich“ verlaufen. Das Nachbarland Uganda vermittelt in dem Konflikt.

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel äußerte sich tief besorgt über die gespannte Situation: „Eine weitere Eskalation könnte zu einem regionalen Flächenbrand führen“, warnte er am Montag. „Ich fordere Kongo deshalb auf, die Verantwortung für eigene Defizite wie schlechte Regierungsführung wahrzunehmen.“ Er unterstütze ausdrücklich die politischen Anstrengungen der ICGLR und der Afrikanischen Union, den Konflikt politisch zu beenden, erklärte Niebel weiter.

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AUPSC) kam am Nachmittag in Addis Abeba zusammen, um über den Ablauf des Ultimatums und die nächsten möglichen Schritte zu beraten. „Die Situation im Ostkongo ist sehr ernst“, sagte Wane El-Ghassim, der Direktor für Frieden und Sicherheit, der dpa.


Von

dpa

Kommentare (1)

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LeoTol

26.11.2012, 20:49 Uhr

Das Problem in der Demokratischen Republik Kongo sind nicht die Rebellen. Das Problem ist das Regime Kabila. Die Internationale Gemeinschaft hat aktiv an der Wahlfälschung der letzten Wahl teilgenommen. Kabila hat seine Legitimation verloren, die Rebellen - und viele desertierte Regierungssoldaten - füllen nur das Macht-Vakuum. Die Internationale Gemeinschaft sollte einen Regimewechsel für demokratische Kräfte unterstützten, statt die Plünderer und dem Terror Kabilas weiterhin Unterstützung zu leisten.

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