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30.03.2006

09:13 Uhr

Bestechungsaffäre

US-Lobbyist Abramoff zu Haftstrafe verurteilt

Der in einen Korruptionsskandal verwickelte Lobbyist Jack Abramoff ist zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht befand ihn des Betruges im Zusammenhang mit dem Kauf von Kasino-Schiffen für schuldig. Der einstige Netzwerker soll auch hochrangige Mitglieder der Partei von Präsident George W. Bush, den Republikanern, bestochen haben.

Der US-Lobbyist Jack Abramoff (l) ist in einem ersten Prozess zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Foto: dpa dpa

Der US-Lobbyist Jack Abramoff (l) ist in einem ersten Prozess zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Foto: dpa

HB MIAMI. Abramoffs hatte im Januar gestanden, Dokumente gefälscht zu haben, um einen Kredit in Höhe von 60 Millionen Dollar zu bekommen. Mit dem Geld kaufte er die Spielbank-Schiffe. Den gefälschten Papieren zufolge hatten Abramoff und der am Mittwoch ebenfalls verurteilte Adam Kidan 23 Millionen Dollar Eigenkapital für das Geschäft aufgebracht. Ohne das Geld hätten sie das Darlehen kaum erhalten.

Wegen der Tat ordnete das Gericht an, dass Abramoff und Kidan zusammen 21,7 Millionen Dollar Entschädigung zahlen müssen. Ambramoffs Haftstrafe beträgt fünf Jahre und zehn Monate. Auch Kidan muss fast sechs Jahre ins Gefängnis. Abramoff erklärte vor dem Gericht, er sei „zutiefst reumütig“.

Seinem Anwalt zufolge wird er weiterhin der Staatsanwaltschaft bei Ermittlungen in einem Bestechungsskandal im US-Parlament helfen. Demnach soll Abramoff Parlamentariern Golf-Reisen, Restauranteinladungen und Eintrittskarten zu Sportveranstaltungen verschafft haben. Im Gegenzug, so vermutet die Staatsanwaltschaft, hätten die Politiker ihren Einfluss für Abramoffs Kunden geltend gemacht. Einer der Namen, der im Zusammenhang mit der Affäre immer wieder fällt, ist unter anderem der des ehemaligen Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus, Tom DeLay. Dieser hat die Vorwürfe bestritten.

Abramoff hat in einem Interview der Zeitschrift „Vanity Fair“ erklärt, dass er mit vielen hochrangigen Republikanern eng zusammengearbeitet habe. Wenn sie dies abstritten, würden sie lügen, sagte er. Dem Wahlkampfkomitee der Demokraten im Kongress zufolge zahlte Abramoff Abgeordneten der Republikaner mehr als 120 000 Dollar.

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