Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.02.2017

04:33 Uhr

Bestechungsskandal

Peru bittet USA um Auslieferung von Toledo

Einst als Anti-Korruptionskämpfer gefeiert, wird Perus Ex-Präsident selbst wegen Bestechung gesucht. Vermutet wird er nun in San Francisco. Die peruanischen Behörden bitten die US-Regierung um die Auslieferung Toledos.

Perus Ex-Präsident wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. AP

Alejandro Toledo

Perus Ex-Präsident wird mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Jerusalem/LimaDer peruanische Präsident Pablo Kuczynski hat die USA um die Auslieferung des mutmaßlich in einen Korruptionsfall verwickelten Ex-Präsidenten Alejandro Toldeo gebeten. Die Anfrage sei am Sonntag telefonisch gegenüber US-Präsident Donald Trump erfolgt, teilte das Büro Kuczynskis mit. Das Weiße Haus bestätigte das Gespräch, erwähnte aber nicht den Ausweisungsgesuch. Themen seien wirtschaftliche Beziehungen und die sich verschlechternde humanitäre Lage in Venezuela gewesen.

Offizielle Behördenvertreter in Peru vermuten Toledo in San Francisco. Medienberichte über eine Reise des Ex-Präsidenten nach Israel bestätigten sich nicht. Vergangene Woche erließ ein Richter Haftbefehl gegen ihn und beantragte internationale Fahndung durch Interpol.

Odebrechts explosive Kronzeugenaussagen: Korruptionsaffäre erfasst ganz Lateinamerika

Odebrechts explosive Kronzeugenaussagen

Korruptionsaffäre erfasst ganz Lateinamerika

Der Bau- und Chemiekonzern Odebrecht hat gestanden, über eine Milliarde Dollar Schmiergeldzahlungen an Beamte und Politiker in zwölf Staaten gezahlt zu haben. Jetzt zittert die Politikerkaste in ganz Lateinamerika.

Toledo, der Peru von 2001 bis 2006 regiert hatte, soll während seiner Amtszeit bis zu 20 Millionen Dollar (rund 18,7 Millionen Euro) Schmiergeld von der brasilianischen Baufirma Odebrecht angenommen haben. Im Gegenzug soll das Unternehmen den Auftrag für den Bau einer Schnellstraße zwischen Brasilien und der peruanischen Küste erhalten haben. Toledo wies die Vorwürfe zurück.

Odebrecht hatte im Dezember eingeräumt, rund 800 Millionen Dollar (744 Millionen Dollar) Schmiergeld in zwölf Ländern gezahlt zu haben, um dort Aufträge zu gewinnen.

Von

ap

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×