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11.04.2014

19:35 Uhr

Besuch in Athen

Merkel spricht Unternehmern Mut zu

Bei ihrem Besuch in Athen erinnert Angela Merkel an ihre Herkunft aus Ostdeutschland. Sie vergleicht die Probleme Griechenlands mit der Lage in Deutschland rund um die Wiedervereinigung – und macht Unternehmern Mut.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat griechischen Unternehmern den Rücken gestärkt. Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat griechischen Unternehmern den Rücken gestärkt.

AthenBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Griechen Mut für die Zukunft gemacht. Griechenland habe „mehr Chancen als Probleme“, sagte sie am Freitag bei einer Pressekonferenz mit ihrem griechischen Kollegen Antonis Samaras in Athen. Sie lobte das Land für seine harten Sparmaßnahmen. Diese hätten sich gelohnt und die Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte sei ein „Zeichen, dass das Vertrauen zurückgekehrt ist“.

Nach mehreren Jahren am Tropf der internationalen Geldgeber hatte sich Griechenland am Donnerstag selbst wieder frisches Geld besorgt: Bei der Ausgabe von Staatsanleihen mit einer Laufzeit von fünf Jahren nahm das Land drei Milliarden Euro ein. Merkel sprach angesichts dessen von einem „wichtigen Tag“.

Trotz der Reformen, unter denen viele Griechen bis heute litten, sei der Weg „noch weit“, fuhr Merkel fort. Es müssten nun die nötigen Bedingungen geschaffen werden, „dass die Wirtschaft wieder zeigen kann, was in ihr steckt“. Griechenland und der griechischen Bevölkerung sicherte die Kanzlerin dabei weiterhin Unterstützung zu. So will sich Deutschland etwa mit einem Globaldarlehen in Höhe von 100 Millionen Euro an einer geplanten Förderbank für kleinere Unternehmen beteiligen. Sie soll nach dem Vorbild der deutschen KfW-Bank günstige Kredite an kleine und mittlere Unternehmen vergeben und so die Wirtschaft ankurbeln.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die geplante Vereinabrung von Merkel und Samaras ist eine Zwischenlösung, um das ins Stocken geratene Projekt Förderbank voranzubringen. Im vergangenen Juli hatte bereits Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine Beteiligung an der „Institution for Growth“ zugesagt. Der deutsche Beitrag soll über die KfW fließen. Neben Deutschland planen unter anderem auch die EU, die Europäische Investitionsbank (EIB) und Frankreich sich zu beteiligen. Doch die Vorbereitungen kommen seit Monaten nur langsam voran. Deshalb wolle man nicht weiter warten und nun bilateral mit Griechenland vorangehen, hieß es in Berlin. Dadurch steigt auch der Druck auf die anderen Beteiligten.

Allerdings steht auch eine schnelle Überweisung aus Deutschland noch vor einem Problem. Der Beitrag der KfW soll durch den Bundeshaushalt von Schäuble abgesichert werden. Wegen des Regierungswechsels wird der Haushalt 2014 allerdings erst Anfang Juli in Kraft treten. Das Bundesfinanzministerium prüfe nun Optionen, wie sich die KfW trotzdem schon vorher beteiligen könne, hieß es. Man sei an einer Beschleunigung interessiert.

Kommentare (15)

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11.04.2014, 17:40 Uhr

Sorry, aber die Fau hat echt nur bedingt Ahnung von Wirtschaft und Finanzen. Aber woher auch, direkt aus dem real-existierenden Sozialismus in die Berufspolitik, da lernt man nur Geld zu versenken.

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11.04.2014, 18:11 Uhr

Merkel hat keinerlei Hintergrundwissen. Konnte auch nicht mehr angeeignet werden, da sie aus den DDR-Zeiten direkt in die Politik marschiert ist. Und da war das Kanzleramt der erste Kontaktpunkt mit Wirtschafts- und Finanzdaten. Und deshalb läuft D auch mit ihr auch ins Desaster. Bei allen Fragen rund um den Euro wird ihr - und uns - das Fell über die Ohren gezogen.

Account gelöscht!

11.04.2014, 18:48 Uhr

>> Merkel spricht Unternehmern Mut zu >>

Mehr hat sie nicht drauf und von diesen Zusprüchen werden die Griechen auch nicht satt.

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