Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

31.05.2011

14:10 Uhr

Besuch in Indien

Merkel rührt Werbetrommel für deutsche Wirtschaft

Mit 1,2 Milliarden Einwohnern ist Indien die größte Demokratie der Welt - und begehrter Wirtschaftspartner. Und so preist Merkel in Neu-Delhi deutsche Waren an - etwa das Kampfflugzeug Eurofighter.

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Neu Delhi neben dem indischen Premierminister Manmohan Singh im Gästehaus der Regierung "Hyderabad House". Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel in Neu Delhi neben dem indischen Premierminister Manmohan Singh im Gästehaus der Regierung "Hyderabad House".

Neu-DelhiBundeskanzlerin Angela Merkel hat die ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen als Erfolg gewertet. Das Treffen markiere einen „neuen qualitativen Schritt in der Ausgestaltung unserer strategischen Partnerschaft“, sagte Merkel zum Abschluss der mehrstündigen Beratungen am Dienstag in Neu-Delhi. Die Konsultationen seien sehr konkret und sehr präzise verlaufen.

Deutschland und Indien bekräftigten im Rahmen der Konsultationen ihren Willen zum Ausbau des Handels zwischen beiden Ländern und brachten zahlreiche Projekte auf den Weg. Ziel ist es, das Handelsvolumen von derzeit rund 15 Milliarden auf 20 Milliarden Euro im kommenden Jahr zu erhöhen. Weitere Kooperationen wurden in den Bereichen Forschung, Bildung und Technologie verabredet.

Geleitet wurden die Konsultationen von Merkel und dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh. Von deutscher Seite nahmen Verteidigungsminister Thomas de Maizière, Innenminister Hans-Peter Friedrich, Bildungsministerin Annette Schavan (alle CDU) sowie Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) teil. Auch eine Wirtschaftsdelegation war mit in die indische Hauptstadt gereist.

126 Kampfflugzeuge für 10 Milliarden Dollar

Ein Thema des Treffens war auch der Eurofighter. Deutschland und der EADS-Konzern wollen Indien 126 dieser Kampfflugzeuge im Wert von rund 10 Milliarden Dollar verkaufen. Ein Abschluss wurde erwartungsgemäß nicht erzielt, aber Merkel zeigte sich zuversichtlich. „Ich glaube, dass wir ein gutes Angebot auf den Tisch gelegt haben“, sagte die CDU-Vorsitzende. Sie habe keinen Zweifel, dass dieses Angebot fair geprüft werde.

Die deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen

Exporte

Die deutschen Ausfuhren nach Indien haben sich von 2000 bis 2010 nahezu vervierfacht. Im vergangenen Jahr wurden dort Waren „Made in Germany“ im Wert von 9,25 Milliarden Euro abgesetzt, ein Plus von 14,3 Prozent. In der Rangliste der wichtigsten Exportkunden Deutschlands nimmt Indien damit Platz 21 ein. Größter Verkaufsschlager sind Maschinen, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik und Fahrzeugen.

Importe

Schneller als die Exporte wachsen die Einfuhren aus Indien. Sie legten 2010 um mehr als ein Fünftel auf rund 6,2 Milliarden Euro zu. Dabei stehen Textilien und Bekleidung an Nummer eins, gefolgt von chemischen Produkten, Elektronik, Maschinen und Nahrungsmitteln.

Unternehmen

Mehr als 3000 deutsche Unternehmen sind in Indien tätig, zum Teil schon seit Jahrzehnten. Darunter befinden sich so große Konzerne wie Siemens, Bosch, SAP und BMW. Umgekehrt gibt es rund 300 indische Firmen in Deutschland, die knapp 13.000 Mitarbeiter zählen. Dazu gehören der Windenergieanlagen-Bauer Repower und der Arzneimittel-Hersteller Betapharm.

Wirtschaftswachstum

Die Aussichten der deutschen Wirtschaft auf einen Ausbau ihrer Geschäfte mit Indien sind gut: Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt dem Schwellenland in diesem Jahr ein Wachstum von 8,2 Prozent und 2012 von 7,8 Prozent zu.

Indien hat seine starke Stellung als aufstrebende Wirtschaftsnation in den vergangenen Jahren immer weiter ausgebaut. So betrug das Wirtschaftswachstum zuletzt 8,5 Prozent, selbst im Krisenjahr 2009 erwirtschaftete das Land mit seinen 1,21 Milliarden Einwohnern ein Realwachstum von 6,8 Prozent.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×