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17.09.2013

22:31 Uhr

Besuch verschoben

Brasilien lässt USA wegen NSA-Affäre abblitzen

Der US-Geheimdienst NSA soll Telefonate und E-Mails der brasilianischen Präsidentin Rousseff überwacht haben. Diese ärgert besonders, dass Obama die Vorwürfe nicht aufklärt - und lässt einen Staatsbesuch platzen.

Spannungen zwischen alten Freunden: 2012 war Dilma Rousseff bei Barack Obama zu Besuch. Nun sagte sie ab. dpa

Spannungen zwischen alten Freunden: 2012 war Dilma Rousseff bei Barack Obama zu Besuch. Nun sagte sie ab.

Brasília/WashingtonBrasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hat die Konsequenz aus den Spionage-Aktivitäten der USA in Brasilien gezogen und eine Reise nach Washington verschoben. Die Staatschefin zeigte sich irritiert über die mangelnde Aufklärung der Vorwürfe, über die Medien schon seit Wochen berichten.

Der US-Geheimdienst NSA spähte demnach Telefonate und E-Mails der Präsidentin aus und hatte auch das größte Unternehmen des Landes, den staatlich kontrollierten Öl-Multi Petrobras, im Visier. Die USA bedauerten die Verschiebung der für Oktober geplanten Reise der brasilianischen Präsidentin.

In einer Erklärung der Präsidentschaft in Brasília hieß es am Dienstag, angesichts der mangelnden Aufklärung der Vorfälle seien die Bedingungen für den Besuch nicht gegeben. Rousseff und US-Präsident Barack Obama hätten entschieden, den Besuch zu verschieben. Beide Staatschefs hatten am Montag miteinander telefoniert.

Die „illegale Praktiken“ des Ausspähens von Daten von Bürgern, Unternehmen und Mitgliedern der brasilianischen Regierung seien ein ernster Vorgang und nicht vereinbar mit dem demokratischen Umgang zwischen befreundeten Ländern, erklärte die Präsidentschaft in Brasília weiter.

In Washington hieß es, US-Präsident Obama bedauere die Sorgen Brasiliens über die enthüllten Spionageprogramme und verstehe die Absage. Er wolle eng mit der brasilianischen Regierung zusammenarbeiten, um die Spannungen zwischen beiden Seiten aus dem Weg zu räumen, hieß es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Bis die Stellung der US-Geheimdienste ausführlich untersucht sei, würden aber noch Monate vergehen. Die sehr guten amerikanisch-brasilianischen Beziehungen dürften zudem nicht von einem einzelnen bilateralen Problem überschattet werden.

Von

dpa

Kommentare (9)

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kuac

17.09.2013, 22:43 Uhr

Schade, dass unsere Frau Merkel nicht so viel Mut hat wie Frau Dilma Rousseff. Respekt.

Brasil

17.09.2013, 23:20 Uhr

In Brasilien ist keinesfalls alles in Ordnung, doch die Regierung fuehlt sich zumindest ihrem Eid mehr verpflichtet als der Finanzoligarchie! Danke Dilma!

@kuac
Dilma und den Namen eures Hosenanzugs in einem Namenszug zu nehmen verbioetet sich einfach!
Dilma hat noch einen Rest Character, die DDR Trulla jedoch ist jedoch voellig inakzeptabel und hat nur bei euch Deutschen eine Chance! Jedes Land hat die Politiker die es verdient!

dekloner

17.09.2013, 23:28 Uhr

Frau Merkel ea bleiben vmtl stets höchsterstaunt über Mut.
Mut indes gehört nicht zum deutschen Verhaltenspotential und gilt gar als karrierehemmend.

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