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12.01.2011

12:01 Uhr

Betrunken im Cockpit

War Polens Luftwaffenchef schuld am Kaczynski-Absturz?

Der tödliche Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski in Russland ist nach Angaben einer Untersuchungskommission von dem angetrunkenen Luftwaffenchef an Bord verursacht worden. Der Kommandeur Andrzej Blasik habe mit 0,6 Promille Alkohol im Blut die Piloten zur Landung gezwungen.

Polens Luftwaffenchef Andrzej Blasik: Laut Bericht mit 0,6 Promille im Cockpit dpa

Polens Luftwaffenchef Andrzej Blasik: Laut Bericht mit 0,6 Promille im Cockpit

HB MOSKAU. Dabei habe Andrzej Blasik offenbar die Warnungen der russischen Flugüberwachung ignoriert. Blasik sei im Cockpit gewesen. Der Tower auf dem Flughafen im westrussischen Smolensk habe wegen schlechten Wetters ausdrücklich einen Ausweich-Landeplatz angeboten. "Eine Landeerlaubnis für die Piloten des Flugzeugs hat es nicht gegeben", sagte die Leiterin des internationalen Luftfahrtamtes MAK, Tatjana Anodina.

Zudem sei die Besatzung auf den Flug nach Russland und die dort herrschenden Wetterverhältnisse unzureichend vorbereitet gewesen. Die Kommission habe ihren etwa 20 000 Seiten umfassenden Abschlussbericht in Moskau an Vertreter Warschaus übergeben, teilte das Gremium auf seiner Internetseite mit. Die Piloten hätten trotz mehrfacher Warnung versucht, die Maschine vom Typ Tupolew TU-154 im dichten Nebel auf dem Flughafen von Smolensk zu landen.

Die Präsidentenmaschine mit Kaczynski und 95 weiteren ranghohen Passagieren war am 10. April 2010 abgestürzt. Niemand überlebte. Die Delegation, darunter Kaczynskis Frau, war auf dem Weg zu einer Gedenkfeier im westrussischen Katyn, dem Ort eines sowjetischen Massakers an tausenden Polen im Frühjahr 1940.

Kommentare (2)

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Wo kommen die Blutwerte her?

12.01.2011, 13:23 Uhr

Wie soll ich mir das denn vorstellen? Haben die der verbrannten Leiche blut abgenommen, um den Alkoholspiegel zu überprüfen?

Torsten Steinberg

12.01.2011, 15:34 Uhr

"betrunken im Cockpit:..." Das ist angesichts von 0,6 Promille blutalkohol vielleicht doch ein bißchen sehr dick aufgetragen, wo man doch sogar bei uns mit nur 0,1 Promille weniger noch selbst Autos steuern darf. Und der Luftwaffenchef ist ja nicht einmal selbst geflogen, sondern hat sich nur im Cockpit aufgehalten, vielleicht um dem Piloten auszurichten, was Kaczynski ihm aufgetragen hat. Aber das wird sich auch in einem 20.000 Seiten starken Abschlussbericht einer eigens einberufenen Kommission nicht mehr eruieren lassen. Wogegen der von der Voicebox zumindest bruchstückhaft aufgezeichnete Wortwechsel inzwischen vielleicht doch rekonstruiert wurde und im bericht enthalten sein dürfte.

interessant nur, was das Handelsblatt aus diesem bericht als der Verbreitung würdig erachet und was nicht. Wahrlich: bei einer Presse, die ausgewogenerer, sachlicher, investigativer und informativer und dafür weniger manipulativ wäre als das, woran wir uns zu großen Teilen schon gewöhnt haben, bräuchten wir keine Wikileaks!

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