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10.10.2011

10:19 Uhr

Bevölkerungsverlust

Starke Auswanderung aus Polen ungebrochen

Die massenhafte Auswanderung aus Polen hat sich im Jahr 2010 fortgesetzt. Allerdings scheint die Abwanderung nach Deutschland gering zu sein. Daran scheint auch die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes nichts zu ändern.

Ein Grenzpfahl an der deutsch-polnischen Grenze in Goerlitz. Zwar ist die Auswanderung aus Polen immer noch stark - Deutschland ist aber eher selten Ziel der Auswanderer. dapd

Ein Grenzpfahl an der deutsch-polnischen Grenze in Goerlitz. Zwar ist die Auswanderung aus Polen immer noch stark - Deutschland ist aber eher selten Ziel der Auswanderer.

WarschauEntgegen früheren Schätzungen hat sich die massenhafte Auswanderung aus Polen im Jahr 2010 fortgesetzt. Nach neuesten Angaben des zentralen Statistikamtes verließen 120.000 Personen mehr das Land, als im gleichen Zeitraum eingewandert beziehungsweise zurückgekehrt sind. Polen hatte nach dem EU-Beitritt zwischen 2004 und 2007 einen Bevölkerungsverlust von rund zwei Millionen Menschen zu verzeichnen. Anschließend ebbte die Emigrationswelle ab, und die Regierung in Warschau hoffte dank guter Wirtschaftsdaten auf eine Rückkehrerwelle.

„Das war ein Irrtum“, kommentierte die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ die neuen Zahlen. Das Blatt verwies darauf, dass die Entwicklung nach der Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes im Mai dieses Jahres in den Zahlen noch nicht berücksichtigt ist. Erste Zahlen aus den Sommermonaten deuten jedoch nicht auf eine starke Abwanderung polnischer Arbeitskräfte nach Deutschland hin. Die neue Freizügigkeit hat demnach im ersten Geltungsquartal lediglich rund 16.500 Menschen aus Polen nach Deutschland gelockt. Das waren nur etwa 7.000 Personen mehr als im Dreimonatszeitraum vor der Öffnung.

Von

dapd

Kommentare (1)

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unwichtig

10.10.2011, 12:53 Uhr

die Menschen bleiben, wenn es gute Löhne und eine Perspektive gibt auf ein einigermaßen gutes Leben - sie gehen, wenn das nicht der Fall ist. Polen hat mit Absicht versucht Mindestlöhne und andere Löhne niedrig zu halten -- wenn man damit aber das Abwandern der Bevölkerung riskiert hat das Land langfristig nicht viel dabei gewonnen.

die meisten Polen sind in Länder mit hohem Lohnniveau gegangen - das Deutschland nicht darunter ist zeigt wohl, dass das Lohnniveau hier nicht mehr attraktiv ist im Vergleich zu anderen.

das Heer von Wanderarbeitern überall ist wohl eher Bemitleidenswert. Vor allem deuten einige Studien darauf hin, dass die Migrantenkinder (auch Polnische) in den Zuwanderungsländern wie Niederlande und GB teilweise schlechtere Bildungschancen haben.

in GB wurden teilweise Einheimische vom Arbeitsmarkt gedrängt z.B. im Baugewerbe - nachhaltig ist die moderne Wanderarbeitsgesellschaft somit nicht.

durch die demographische Entwicklung wird es irgendwann auch abnehmen - es sei denn man will dann lauter Nordafrikaner etc. holen

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