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15.04.2006

17:02 Uhr

Bewaffnete Fatah-Anhänger fordern Gehälter ein

Hamas schließt Anerkennung des Staates Israel aus

Der Politbürochef der regierenden Palästinenserorganisation Hamas, Chaled Meschaal, hat eine Anerkennung des Staates Israel ausgeschlossen.

HB TEHERAN/GAZA. Bei einer Konferenz in Teheran, bei der am Samstag über Hilfen für die radikal-islamische Hamas beraten wurde, rief er die islamische Welt zur Unterstützung seiner Bewegung auf. „Die neue Regierung in Palästina wird Israel niemals anerkennen. Es gibt keinen anderen Weg als Widerstand, um den Feind aus unserem Land zu vertreiben“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur ISNA den Hamas-Führer, der im Exil lebt.

Die US-Regierung untersagte Kontakte von US-Geschäftsleuten mit der Hamas-Regierung. Ein Schreiben des US-Finanzministeriums, über das die US-Medien am Samstag berichteten, untersagt jegliche Geschäfte und Finanztransaktionen mit der Hamas-Regierung. Mit Privatpersonen oder Firmen seien allerdings weiterhin Geschäfte möglich. Eine Kontaktsperre für US-Diplomaten war schon vor Tagen angeordnet worden.

Meschaal kritisierte in Teheran die EU für den Stopp der Finanzhilfen an die Palästinenserregierung. So werde die demokratische Entscheidung der Palästinenser für Hamas bei der Parlamentswahl missachtet. „Wir dachten, dass die Europäer mit ihrem demokratischen Anspruch eine rationalere und fairere Haltung gegenüber Palästina hätten. Nun sehen wir aber, dass auch die Europäer auf die Linie der USA eingeschwenkt sind und Druck auf uns ausüben“, sagte Meschaal. Bei der Konferenz beraten mehr als 200 Politiker und Wissenschaftler aus islamischen Staaten über Hilfen für die Hamas.

Bewaffnete Anhänger der Fatah-Organisation verlangten im Gazastreifen mit gewaltsamen Protesten die Auszahlung ihrer Gehälter. Etwa 30 Mitglieder der militanten Al-Aksa-Brigaden hätten am Samstag in Chan Junis ein Verwaltungsgebäude gestürmt und Hauptstraßen mit brennenden Reifen blockiert, teilten Augenzeugen mit. Mit der Demonstration wollten die Bewaffneten die neue Regierung unter Druck setzen, nachdem diese wegen einer Sperre westlicher Geberländer kein Geld zur Verfügung hat. Ein der Männer sagte vor Journalisten, die Protestierer wollten nicht, dass Hamas mit einer Anerkennung des Staates Israel Zugeständnisse mache, sie wollten aber ihre Gehälter.

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