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19.10.2012

19:15 Uhr

Bewaffnung

Syrisches Wettrüsten

In Syrien rüsten Regierungstruppen und Rebellen weiter auf. Die Opposition wirft der Luftwaffe den Einsatz von Streumunition vor. Indes will der Syrienvermittler eine viertägige Waffenruhe durchsetzen.

Dieses Foto soll laut den Rebellen Streubomben zeigen, die die Regierung im Kampf um die Macht in Syrien einsetzt. dpa

Dieses Foto soll laut den Rebellen Streubomben zeigen, die die Regierung im Kampf um die Macht in Syrien einsetzt.

Damaskus/BrüsselIm Syrien-Konflikt rüsten beide Seiten weiter kräftig auf. Die syrische Luftwaffe reagiert auf die zunehmend professionelle Bewaffnung der Rebellen jetzt mit dem Einsatz von Täuschkörpern zur Abwehr radargesteuerter Raketen. Die Opposition wirft dem Regime zugleich vor, Streubomben einzusetzen. Der Syrienvermittler von UN und Arabischer Liga, Lakhdar Brahimi, traf indes am Freitag in Damaskus ein. Er will sich in der syrischen Hauptstadt für eine viertägige Waffenruhe einsetzen. Weder Regierung noch Opposition haben sich zu seinem Vorschlag bisher klar geäußert.

Ein Mitglied der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter in der Provinz Idlib berichtete von „Fäden, die von Kampfflugzeugen und Hubschraubern über dem Umland von Maarat al-Noaman und Salkien abgeworfen wurden, und die sich dann wie ein Spinnennetz am Himmel ausgebreitet haben“. Diese „Fäden“ können radargesteuerte Raketen des Gegners von ihrem Ziel ablenken. In den vergangenen Wochen hat die Zahl der Angriffe der Rebellen auf Hubschrauber und Kampfflugzeuge zugenommen.

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Die Opposition legte zudem Fotos vor, die beweisen sollen, dass die Luftwaffe in Idlib in den vergangenen Tagen Streumunition eingesetzt hat. Die Aufnahmen sollen im Bezirk Sakarib gemacht worden sein. Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, sagte in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Dschasira International: „Wir versuchen immer noch, diese Informationen zu überprüfen.“

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich besorgt zu Berichten über den Einsatz von Streumunition in Syrien geäußert. Diese wird von vielen Staaten geächtet, weil sie wenig zielgenau ist und weil nicht-explodierte Munition auch lange nach dem Ende eines Konfliktes noch eine Gefahr für Zivilisten darstellt.

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Am Freitag töteten die Regimetruppen nach Angaben von Aktivisten 98 Menschen. Am Vortag hatte die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit 240 Tote gezählt, darunter 61 Angehörige der Regierungstruppen. Das oppositionelle Nachrichtenportal „All4Syria“ berichtete, in den ersten zwei Wochen dieses Monats seien 233 Soldaten und Offiziere der Armee getötet worden.

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