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11.06.2011

09:46 Uhr

Bewerbungsfrist abgelaufen

Lagarde Top-Favoritin auf IWF-Chefsessel

Die Bewerbungsfrist ist abgelaufen, jetzt wird es ernst: Bis zum 30. Juni muss der IWF entscheiden, wer den Posten des zurückgetretenen Dominique Strauss-Kahn übernimmt. Viele meinen, die Entscheidung ist schon gefallen.

Christine Lagarde gilt als Favoritin im Rennen um den IWF-Chefposten. Quelle: dapd

Christine Lagarde gilt als Favoritin im Rennen um den IWF-Chefposten.

WashingtonIm Tauziehen um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn als Chef des internationalen Währungsfonds (IWF) hat die Endrunde begonnen. Um Mitternacht (US-Zeit) lief die Bewerbungsfrist ab, damit gibt es ein Zweierrennen zwischen der französischen Finanzministerin Christine Lagarde und dem mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens.

Lagarde ist Favoritin, viele meinen, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Der Verwaltungsrat will bis zum 30. Juni über den künftigen Geschäftsführenden Direktor der UN-Sonderorganisation entschieden haben.

Allerdings hängen Amtsmissbrauchsvorwürfe gegen Lagarde wie ein Damoklesschwert über ihrer Bewerbung. Über das drohende Ermittlungsverfahren wird nun erst befunden, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) den Nachfolger von Dominique Strauss-Kahn bestimmt hat. Das zuständige französische Gericht verschob seine Entscheidung auf den 8. Juli.

Ein dritter Bewerber, der ohnehin als Außenseiter geltende Chef der kasachischen Zentralbank, Grigory Marchenko, war wenige Stunden vor dem Ende der Nominierungsfrist aus dem Rennen ausgestiegen. Es sei „mehr oder weniger offensichtlich“, dass der Job an Lagarde gehen werde, zitierte ihn der US-Sender CNN. Strauss-Kahn steht im Verdacht, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel sexuell attackiert zu haben und war deshalb zurückgetreten. Auf ihn kommt ein Gerichtsverfahren wegen versuchter Vergewaltigung zu.

Die Unterstützung der Europäer für Lagardes Bewerbung scheint sicher, auch die Länder Afrikas stehen offenbar mittlerweile geschlossen hinter der Französin. Dagegen hielten sich bislang vor allem Indien und China zurück. Die USA als größter Anteilseigner hatten sich bis zuletzt nicht dazu geäußert, wen sie bevorzugen. Nach bisheriger Tradition wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank als Schwesterorganisation dagegen von einem US-Amerikaner.

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