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20.06.2011

13:23 Uhr

Bilateraler Wirtschaftsgipfel

Polens Wirtschaft durchbricht die Klischees

VonMathias Brüggmann

Die "polnische Wirtschaft" hat noch immer nicht den besten Ruf. Doch spielt der Nachbar für deutsche Unternehmen längst eine größere Rolle als Russland, Investoren und Facharbeiter aus Polen stützen unsere Konjunktur.

Hier entsteht das neue Warschauer Stadium für die Fußball-Europameisterschaft. Quelle: dpa

Hier entsteht das neue Warschauer Stadium für die Fußball-Europameisterschaft.

Warschau20 Jahre nach der Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages haben Unternehmer und Wirtschaftsvertreter in Warschau die Beziehungen beider Länder herausgehoben. Sie seien inzwischen „etwas ganz besonderes“, unterstrich Hans-Peter Keitel, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), auf dem Wirtschaftsgipfel Polen-Deutschland. Es sei „ein kleines Wunder“ zwischen beiden Staaten geschehen. „Wir haben erfahren, dass wir uns aufeinander verlassen können.“

Polen ist inzwischen zum wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands im Osten geworden. Seit Jahren schon ist der bilaterale Warenaustausch mit dem östlichen Nachbarland größer als der deutsche Handel mit dem Rohstoffriesen Russland. In einem Grußwort unterstrich der polnische Präsident Bronislaw Komorowski, dass „Deutschland Polens Wirtschaftspartner Nummer eins ist“ – beim Handel und bei den Investitionen. Allerdings investieren auch polnische Unternehmen seit einigen Jahren immer mehr in Deutschland, wie die Beispiele der „Star“-Tankstellenkette des polnischen Ölkonzerns PKN Orlen oder die Übernahme eines Sodawerks durch den polnischen Chemiekonzern Ciech und der Kauf der Deutschen Binnenreederei durch Odratrans zeigen.

Über eine Milliarde Euro haben polnische Unternehmen bereits beim Nachbarn im Westen investiert. In anderer Richtung waren es 22 Milliarden Euro und die Erfahrungen sind fast ausschließlich positiv: 90 Prozent der deutschen Investoren würden nach einer Umfrage der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer in Warschau ihre Entscheidung genauso wieder machen, sagte Mario Ohoven. Der Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft unterstrich dabei, „das kann nicht einmal jeder Standort in meiner Heimat über sich sagen“. Laut Ohoven „versucht die polnische Regierung erkennbar, dem Mittelstand das Leben zu erleichtern. Das ist in Deutschland momentan nicht erkennbar. Die Bundesregierung sorge sich mehr um das Wohl der Banken und Energiekonzerne.“

Der deutsche Unternehmer Hans-Jörg Otto, der bei Posen den System- und Kabelsatz-Lieferanten El-Cab gegründet hat, nennt seinen „Gang nach Polen die beste Entscheidung meines Lebens“.

Kommentare (1)

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Amadeusz

28.10.2011, 10:34 Uhr

Ich empfehle allen Investierenden Wloclawek (Włocławek). Sie ist die Hauptstadt vom Land Kujawy im Zentrum Polens und umfasst 120 000 Einwohner (mit dem Ballungsgebiet - ca. 300.000 Einwohnern).
Wloclawek verfugt über gute Schnellstraßen, rapide Eisenbahnlinienverbindungen und was besonders selten ist, Wassertransportmöglichkeiten durch den größten polnischen Fluss Weichsel und den Bydgoski Kanal direkt nach Deutschland. Hier wird auch die Autobahn A1 gebaut. Dank des entsprechenden Businessklima haben in der Stadt verschiedene internationale, auch deutsche, Konzernen investiert (Naturana, WIKA, Teutonia, Brügmann, Busch, Rieber&Sohn, Sanitec Kolo, Anwil, oder Orlen). Zukünftig will hier z.B. der französische GDF Suezseine Investition einlegen. Es gibt auch mehrere deutsche Handelsketten wie Kaufland, Real, OBI, Rossmann, Lidl oder Netto.

Die Stadt bringt viele Erleichterungen für alle Investierenden wie z. B. Industrie- und Technologiepark, das Büro für Investitionsservice im Stadtamt, Dokumentumlaufsystem EOSD, Industrie- und Handelskammer oder einfach Steuerbefreiung oder Zugang zu gutej Hochschulen.

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