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24.05.2012

12:44 Uhr

Bin Laden-Verräter in Haft

US-Senatoren fordern Begnadigung

Für Pakistan ist Shakeel Afridi ein Verräter, für die USA ist er ein Patriot. Fakt ist: Afridi soll für 33 Jahre ins Gefängnis, weil er zur Entdeckung von Osama bin Laden beitrug. US-Senatoren fordern, ihn zu begnadigen.

Shakeel Afridi war nach seiner Festnahme besonders im Fokus pakistanischer Medien. dpa

Shakeel Afridi war nach seiner Festnahme besonders im Fokus pakistanischer Medien.

WashingtonEinflussreiche US-Senatoren haben eine Begnadigung des in Pakistan verurteilten Arztes gefordert, der dem US-Geheimdienst CIA bei der Suche nach Al-Kaida-Chef Osama bin Laden geholfen hatte. Was der Chirurg Shakeel Afridi getan habe, sei „weit entfernt von Landesverrat“, erklärten der demokratische Senator Carl Levin und sein republikanischer Kollege John McCain am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Er habe vielmehr „mutig, heldenhaft und patriotisch“ gehandelt, indem er dabei geholfen habe, „den meistgesuchten Terroristen der Welt“ aufzuspüren, erklärten die beiden Vertreter des Senatsausschusses für Streitkräfte.

Afridi war am Mittwoch von einem Stammesgericht in der nordwestpakistanischen Provinz Khyber wegen Landesverrats zu 33 Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet rund 2700 Euro verurteilt worden. Dem britischen „Guardian“ zufolge hatte er im Auftrag der CIA eine Impfkampagne in Abbottabad vorgetäuscht, um über DNA-Material dem Versteck Bin Ladens auf die Spur zu kommen.

Das gegen ihn verhängte Urteil sei „schockierend und empörend“, erklärten McCain und Levin. Die beiden Senatoren forderten Pakistan auf, den Arzt zu begnadigen und „unverzüglich“ freizulassen. Eine Fortsetzung seiner Inhaftierung werde den Beziehungen zwischen den USA und Pakistan ansonsten nur weiteren Schaden zufügen und die Bereitschaft des Kongresses schmälern, Islamabad weitere finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington mit fast 3000 Toten war Bin Laden der Staatsfeind Nummer eins der USA. Fast ein Jahrzehnt lang konnte er sich verstecken, bis die US-Geheimdienste ihn und seine Familie im pakistanischen Abbottabad aufspürten. Eine US-Spezialeinheit stürmte das Anwesen in der Nacht zum 2. Mai 2011 und erschoss den Al-Kaida-Chef.

Von

afp

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