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11.05.2011

15:22 Uhr

Bin-Ladens Nachfolge

Al-Kaida sucht den neuen Osama

Als wahrscheinlichster Nachfolger von Bin Laden gilt sein Stellvertreter al Sawahiri. Vielleicht folgt dem verschiedenen Terroristen aber auch einfach niemand nach. Al-Kaida droht den USA unterdessen mit Vergeltung.

Muslime in Pakistan verbrennen eine amerikanische Flagge als Reaktion auf den Tod Osama bin Ladens. Quelle: dapd

Muslime in Pakistan verbrennen eine amerikanische Flagge als Reaktion auf den Tod Osama bin Ladens.

Dubai/BagdadNach dem Tod Osama bin Ladens gilt sein langjähriger Stellvertreter an der Spitze von Al-Kaida als wahrscheinlichster Nachfolger. Doch der Arabische Frühling und das in Bewegung geratene Kräftespiel innerhalb des Terrornetzes selbst könnten auf ein anderes Szenario hindeuten: überhaupt keinen Nachfolger für den Terrorfürsten zu benennen.

Den Al-Kaida-Gründer zu ersetzen, ist wohl keine einfache Aufgabe. Die Entscheidung dürfte nach Einschätzung von Terrorexperten davon abhängen, wie die Organisation ihre Ziele und Prioritäten nach bin Laden definiert.

Der Aufstand in der arabischen Welt wird getragen vom Streben nach Demokratie, nicht nach dem von Al-Kaida erträumten islamischen Großreich. Und während die Gruppe um ihre Bedeutung ringt, machen sich in den eigenen Reihen zunehmend Dezentralisierung und Differenzen breit.

Man müsse fast schon fragen, ob bin Laden eigentlich ersetzt werden könne, meint Oberstleutnant Reid Sawyer vom Terrorabwehrzentrum in West Point. Ob Al-Kaida "überhaupt einen 'offiziellen' neuen Anführer benennen muss, ist ungewiss", heißt es in einem Bericht der SITE-Gruppe, die islamistische Websites beobachtet. So lange die Organisation ihre Botschaft verbreiten könne, werde sie ein Leuchtfeuer für die Dschihadisten in aller Welt sein.

Falls Al-Kaida einen Nachfolger kürt, halten Sawyer und andere Fachleute Aiman al Sawahiri für die wahrscheinlichste Wahl: Der 59-Jährige war lange die Nummer zwei und ist erfahrener als jüngere Kandidaten. Kaum einer dürfte sich ihrer Ansicht nach trauen, ihm die Spitzenposition streitig zu machen. "Falls er zugunsten eines anderen übergangen wird, sagt mir das, dass Al-Kaida schon zersplittert ist", erklärt Fawas Gerges von der London School of Economics.

Al Sawahiri, der irgendwo in Pakistan vermutet wird, ist Ägypter und Gründer des Ägyptischen Islamischen Dschihads, der in Al-Kaida aufging. Ihm fehlt allerdings das Charisma bin Ladens, und manche Al-Kaida-Mitglieder kreiden ihm Kontrollzwang bis ins kleinste Detail an, wie ein hoher US-Geheimdienstbeamter in Washington berichtet. "Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass er in gewissen Kreisen der Gruppe nicht beliebt ist. Daher ist es meiner Ansicht nach eine offene Frage, wer die Führung übernimmt." Ein möglicher Konkurrent ist der Al-Kaida-Befehlshaber in Afghanistan, Abu Jahia al Libi. Der libysche Islamgelehrte entkam 2005 vom US-Stützpunkt Bagram und tauchte in Videos des Terrornetzes auf.

In Frage käme auch Saif al Adel, den die USA für die Anschläge auf ihre Botschaften in Tansania und Kenia 1998 mitverantwortlich machen, doch er steht al Sawahiri nahe und ist kein ausgewiesener Religiöser. Bestenfalls Außenseiterchancen dürfte der aus den USA stammende radikale Geistliche Anwal al Awlaki aus dem Jemen haben. Gegen ihn spricht, dass er keine praktische Erfahrung hat und bei Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel nicht einmal die Spitzenposition innehat.

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

11.05.2011, 15:34 Uhr

Hier, hier! Und dann zuerst alle Gelder auf mein Konto!

Al-CIA

11.05.2011, 15:36 Uhr

Na, wird wieder mal Propaganda gemacht für den nächsten False Flag Terror der CIA ?
Wie dumm muss man sein um diesen Al-Kaida Schwachsinn immer noch zu glauben ??

Niemand_Zuhause

11.05.2011, 15:39 Uhr

Liebes Handelsblatt,

es ist schon traurig mit anzusehen, wie Ihr diesen ganzen Schwachsinn ungeprüft und unkritisiert verbreitet.

Eine El Kaida "Organisation" oder El Kaida "Zentral" gab und gibt es nicht. Außerdem ist Bin Laden bereits vor 10 Jahren gestorben. Das ist nachweis-/nachprüßbar.

Recherchiert mal lieber diese ominöse SITE-Gruppe und ihre angeblichen Quellen im Internet. Das wäre guter, sinnvoller und hilfreicher Journalismus.



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