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23.12.2012

17:39 Uhr

Binnenmarkt

Großbaustelle Europa

Auch nach 20 Jahren wartet der europäische Binnenmarkt noch auf seine Vollendung. Ob die je erreicht wird, ist ungewiss, denn der Binnenmarkt ist unpopulär - obwohl der Markt in dringend nötig hat.

Der Binnenmarkt ist in der EU immer noch eine Baustelle. dpa

Der Binnenmarkt ist in der EU immer noch eine Baustelle.

BrüsselBeim Kosmetikhändler Douglas sollte der Online-Kunde großes Interesse fürs Kleingedruckte mitbringen. Bestellungen mit einer Rechnungsadresse im Ausland storniert das Unternehmen, ohne den Kunden zu informieren. Selbst Schuld, wer sich nicht die Mühe gemacht hat, die Geschäftsbedingungen zu studieren.

Die rüde Behandlung von Auslandskunden, die sich zu douglas.de verirren, hat einen simplen Grund. Für das Unternehmen sind sie schlicht nicht interessant. Sollte der ausländische Kunde nicht zahlen, so bedeutet das für die Firma einen erheblichen Mehraufwand, das Geld einzutreiben - wenn es überhaupt gelingt.

Barrosos Geschenke an die EU-Bürger

Geschenk Nr.1

Jobgarantie für Jugendliche bis 25 Jahre.

Geschenk Nr.2

Frauenquote

Geschenk Nr.3

Soziale Kriterien bei öffentlichen Ausschreiben

Geschenk Nr.4

Abschaffung der Armut (20 Millionen weniger armutsgefährdete Menschen bis 2020)

Geschenk Nr.5

Transfers zwischen Mitgliedstaaten in Krisenzeiten.

Geschenk Nr.6

Umschulungen und Hilfen zur Unternehmensgründung (bis zu 500 Millionen Euro im Jahr).

Nicht nur bei Hautcremes droht Online-Kunden in Europa Frust. Wer für ein Lesegerät wie den Kindle Literatur zum Herunterladen erwerben will, stößt bei Internet-Anbietern schnell an Grenzen. Bücher, die in Deutschland als E-Book angeboten werden, sind in Großbritannien oder Belgien nicht erhältlich, weil Verlage die Rechte für die deutsche Version nicht fürs Ausland vergeben. "Da hilft einem der technische Fortschritt nicht weiter", ärgert sich ein spanischer Diplomat, der gerne deutsche Belletristik im Original lesen würde.

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Die EU wandelt sich sich immer mehr zur Wohlfühlunion – zum Nachteil der EU-Bürger.

Auch 20 Jahre nach seiner Erschaffung zum Jahresende 1992 bleibt der europäische Binnenmarkt eine Großbaustelle. An vielen Ecken und Enden wartet der gemeinsame Markt für 500 Millionen Verbraucher auf seine Vollendung. Ob die je erreicht wird, ist ungewiss. "Der Binnenmarkt ist heute unpopulärer denn je", diagnostizierte der frühere Binnenmarktkommissar Mario Monti vor zwei Jahren in einer umfassenden Bestandsaufnahme. "Dabei braucht ihn Europa mehr denn je." Doch das andauernde Krisenmanagement hat seitdem das Thema Binnenmarkt von der politischen Agenda verdrängt.

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Ein wenig ironisch ist das durchaus, denn der Binnenmarkt ist das Herz der EU. "Nimmt man den Binnenmarkt weg, dann bleibt nicht mehr viel übrig", sagt Jacques Pelkmans, Professor am Europa-Kolleg in Brügge. Und ein neuer Fokus auf den Binnenmarkt könnte Europa zu genau jenem Wachstumsschub verhelfen, den es so dringend benötigt. Alleine die vollständige Umsetzung der Dienstleistungsrichtlinie von 2006 könnte nach Berechnungen der EU-Kommission das Bruttoinlandsprodukt in Europa um 1,6 Prozent steigern.

Kommentare (2)

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dig@central.banktunnel.eu

24.12.2012, 06:46 Uhr

Der Tag in Frankfurt a.M. fängt gut an. Um ca. 6:25 Uhr die erste (Böller-?) Detonation.

Realitaet

24.12.2012, 14:50 Uhr

Geht es in Europa eigentlich nur um den Markt, oder geht es vor allem um die Interessen der vielen Millionen Bürger? Dem heutigen Europa der Schulden und Schuldenretter stehen die Bürger sehr skeptisch gegenüber. Es ist nicht das gewünschte Europa, dass sich nur mit Abzocke, Selbstbedienung und Aussaugung der leistungsfähigen Länder, besonders Deutschland, beschäftigt. Da kann man sich nur mit Grausen abwenden. Der Bevormundung ist genug. Schäuble bastelt bereits an der weiteren Sozialabwirtschaftung unseres Landes. Trotz Weihnachten: Es ist nur noch zum Kotzen. Muss Deutschland auch erst noch beerdigt werden? Dieser Schäuble gehört in die Versenkung, ebenso wie diese ganze Regierung. Es sind Laien und Dilettanten zum Schaden der Bürger.

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