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06.11.2015

11:15 Uhr

Biografie des Ex-Präsidenten

Wie Bush Senior den Junior verteidigt

Für seine Außenpolitik musste der frühere Präsident George W. Bush reichlich Prügel einstecken. Sein Vater nimmt ihn jetzt in einer Biografie in Schutz. Und feuert gegen Cheney und Rumsfeld – den „arroganten Gesellen“.

In seiner Biografie weist George W. Bush Senior (l.) die Kritiker an seinem Sohn zurecht. dpa

Die Bushs

In seiner Biografie weist George W. Bush Senior (l.) die Kritiker an seinem Sohn zurecht.

WashingtonDer ehemalige US-Präsident George H.W. Bush hat in einer neuen Biografie zwei enge Vertraute seines Sohnes in dessen Zeit als Staatschef attackiert. Der damalige Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe George W. Bush schlecht beraten und sein Vizepräsident Dick Cheney habe seine eigene Macht ausgebaut, erklärt Bush Senior in dem Buch, das kommende Woche veröffentlicht wird. Eine Kopie davon lag der „New York Times“ vor.

Bedeutet im Umkehrschluss: Nicht sein sein Sohn sei Schuld an den außenpolitischen Fehlern, die ihm angehängt werden. Stattdessen hätten beide Hardliner Bush junior zu Militäreinsätzen rund um die Welt gedrängt. Am Ende habe aber sein Sohn den „großen Fehler“ zu verantworten, Cheney gewissermaßen zu erlauben, „sein eigenes Außenministerium“ im Weißen Haus aufzubauen.

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Cheney war bereits Mitglied im Kabinett des älteren Bush. Unter George W. habe er aber ein anderes Gesicht gezeigt. „Er wurde zu einem Hardliner und sehr anders als der Dick Cheney, den ich kannte, und mit dem ich gearbeitet hatte“, heißt es in dem Buch namens „Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush“ („Schicksal und Macht: Die amerikanische Odyssee von George Herbert Walker Bush“). Der heute 91-jährige Bush sagte seinem Biografen John Meacham in Interviews, Cheney habe sich offenbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verändert. Danach habe er sich hinter jene gestellt, die mit Gewalt den Willen der USA im Nahen Osten durchsetzen wollten.

Cheney war ebenso wie Rumsfeld eine zentrale Figur bei der von den USA angeführten Invasion im Irak. Über den Ex-Verteidigungsminister, der während des Irak-Einmarschs ein „arroganter Geselle“ gewesen sei, heißt es in dem Buch: „Ich denke, er hat dem Präsidenten schlecht gedient. Ich mochte nicht, was er tat, und ich denke, es hat dem Präsidenten geschadet, seine eisenharte Ansicht zu allem zu haben.“

Daten und Fakten über die USA

Fläche

Mit einer Fläche von 9.809.155 Quadratkilometern sind die Vereinigten Staaten laut Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) der drittgrößte Staat der Erde.

Bevölkerung

Nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug die Gesamtbevölkerung der USA im Jahr 2013 rund 317 Millionen Einwohner.

Hauptstadt

Die Hauptstadt der USA ist Washington D.C. Die Stadt selbst hat etwa 646.000 Einwohner, im Großraum haben sich etwa 5,7 Millionen Menschen niedergelassen. (Stand: 2014)

Staatsform

Die Staatsform der USA ist eine föderale und präsidentielle Republik.

Präsident

Barack H. Obama ist der 44. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Er befindet sich in seiner zweiten Amtszeit.

BIP

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA beläuft sich nach Angaben des Auswärtigen Amts auf etwa 16,72 Billionen US-Dollar. (Stand: 2013)

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten lag im Juli 2014 bei 6,2 Prozent. Vor der Wirtschaftskrise lag die Quote im Jahr 2007 noch bei 4,6 Prozent, 2010 stieg sie zwischenzeitlich auf 9,6 Prozent an.

Außenhandel

Die USA sind nach Angaben des Auswärtigen Amts weltgrößter Absatzmarkt für Importgüter und standen als Exporteur 2013 (nur Waren) hinter China an zweiter Stelle.

Die Entscheidung seines Sohnes, im Irak einzumarschieren, stellt der ältere Bush nicht infrage. Er kritisiert aber dessen Wortwahl, etwa die von der „Achse des Bösen“ in der Rede zur Lage der Nation im Jahr 2002. „Wenn man zurückgeht zu der „Achse des Bösen“ und diesen Dingen, denke ich, dass es historisch bewiesen sein könnte, dass sie keinen Nutzen gebracht haben.“

Die Biografie „Destiny and Power: The American Odyssey of George Herbert Walker Bush“ erscheint in der kommenden Woche. Bush senior war von 1989 bis 1993 US-Präsident, zuvor amtierte er als Vizepräsident von Ronald Reagan. Sein Sohn war von 2001 bis 2009 im Weißen Haus.

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