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14.10.2013

16:42 Uhr

Bis 2035

Asien braucht mehr als die Hälfte der Weltenergie

Hauptnachricht des Weltenergiekongresses: Der bevölkerungsstarke Kontinent Asien benötigt in den nächsten 22 Jahren mehr als die Hälfte der weltweiten Energiereserven. Experten rechnen mit gleich mehreren Problemen.

Photovoltaik-Panelen auf einem Scheunendach. Im Hintergrund dreht sich eine Windkraftanlage. Im Rahmen des 22. Weltenergiekongresses in Südkorea wurde bekannt, dass Asien bis 2035 die Hälfte der Weltenergie benötigt. dpa

Photovoltaik-Panelen auf einem Scheunendach. Im Hintergrund dreht sich eine Windkraftanlage. Im Rahmen des 22. Weltenergiekongresses in Südkorea wurde bekannt, dass Asien bis 2035 die Hälfte der Weltenergie benötigt.

Seoul/TaeguAsien wird laut einer Prognose bis 2035 mehr als die Hälfte des weltweiten Energieangebots verschlingen. Fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas und Erdöl würden bis dahin weiter den größten Anteil am Primärenergiemix in der wachstumsstarken Region ausmachen, heißt es in einem Bericht der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) für den Raum Asien-Pazifik.

Um den enormen Energiebedarf zu decken, müssten die Länder zusammen je nach energiepolitischer Ausrichtung 11,7 Billionen bis 19,9 Billionen Dollar (etwa 14,7 Milliarden Euro) investieren. Der Bericht wurde am Montag zum Auftakt des 22. Weltenergiekongresses in der südkoreanischen Stadt Taegu vorgelegt.

Die Bank riet den Ländern zu einer stärkeren Zusammenarbeit, um die Herausforderungen für die Energieversorgung anpacken zu können. Allein würden sie den Energiebedarf nicht decken können, warnte der ADB-Sonderberater für Infrastruktur und öffentlich-private Partnerschaften, Seethapathy Chander.

Das sind die größten Stromverbraucher weltweit

Platz 1: China

China ist die weltweite Nummer Eins unter den Stromverbrauchern. Kein anderes Land benötigt mehr Strom. Auch bei der Stromerzeugung ist das Land an der Spitze, exportiert jedoch nicht besonders viel von seiner Energie. Im Ranking der Strom exportierenden Länder belegt die Volksrepublik nur den neunten Platz.

Platz 2: USA

Der zweitgrößter Stromverbraucher der Welt ist die USA. Fast fünf Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität waren im Jahr 2010 regenerative Energien.

Platz 3: Japan

Den dritten Platz der größten Stromverbraucher belegt Japan. Das Land ist zugleich viertgrößter Stromproduzent der Erde, vor ihm liegen nur Russland, China und die USA. Mit seinen Erzeugungen versorgt sich Japan im Gegensatz zu diesen Ländern jedoch ausschließlich selbst.

Platz 4: Russland

Fast genauso viel Strom wie Japan verbraucht Russland und liegt somit auf dem vierten Platz der weltweit größten Verbraucher. Das Land ist zudem drittgrößter Stromproduzent.

Platz 5: Indien

Der fünftgrößte Stromverbraucher der Welt ist Indien. Kein Wunder: Das Land ist nach China das bevölkerungsreichste der Welt, 1,3 Milliarden Einwohner leben dort laut Schätzungen.

Platz 6: Kanada

Auf dem sechsten Platz der größten Stromverbraucher gibt es eine Überraschung: Kanada. Dabei ist das Land relativ spärlich besiedelt, nur 34 Millionen Menschen leben dort.

Platz 7: Deutschland

Mehr als doppelt so viele Einwohner wie Kanada hat Deutschland, und ist dennoch hinter dem nordamerikanischen Land, wenn es um den Stromverbrauch geht. 545 Milliarden Kilowattstunden wurden 2011 verbraucht. Beim Export von Strom ist Deutschland hingegen fast Spitze. Im weltweiten Vergleich exportiert nur Nachbarland Frankreich mehr.

Platz 8: Frankreich

Als Stromexporteur ist Frankreich die weltweite Nummer Eins. Beim Stromverbrauch liegt das 65 Millionen Einwohner-Land dagegen nur auf dem achten Platz.

Die Franzosen setzen bei der Stromerzeugung voll auf Atomkraft. 58 Meiler waren 2011 in Betrieb. Zum Vergleich: In Deutschland waren es im gleichen Zeitraum neun Atomkraftwerke, in Spanien acht und im Vereinigten Königreich 18.

Platz 9: Brasilien

Neungrößter Stromverbraucher ist Brasilien. In dem südamerikanischen Land leben 200 Millionen Menschen.

Platz 10: Südkorea

Südkorea ist auf dem zehnten Platz der größten Stromverbraucher der Welt. Das Land versorgt sich laut der US-Informationsbehörde CIA komplett selbst, importiert also keinen Strom. Seinen Strom erzeugte Südkorea im Jahr 2010 zu fast einem Drittel mit Atomkraft, bis 2024 soll sie fast 50 Prozent der Stromproduktion ausmachen.

„Die Region muss die grenzüberschreitenden Verbindungen von Strom- und Gasnetzen beschleunigen, um die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und von dem Energieüberschuss zu profitieren.“ Angekurbelt werde die Nachfrage durch das wirtschaftliche Wachstum und den zunehmenden Wohlstand in der Region. Der Stromverbrauch dürfte sich in den nächsten 20 Jahren mehr als verdoppeln.

Mit der Abhängigkeit von fossilen Energiequellen werden der Bank zufolge auch die Probleme hinsichtlich der Preise, Energiesicherheit und Umwelt durch den Ausstoß klimaschädlicher Gase zunehmen. Die CO2-Emissionen würden sich in der Region verdoppeln und kämen „auf mehr als die Hälfte des weltweiten totalen Ausstoßes“. Die Bank riet den Regierungen, auf mehr „grüne Energien“ zu setzen.

Bis Donnerstag diskutieren Experten aus aller Welt auf dem Kongress in Taegu über Lösungen der globalen Energiefrage. Die Konferenz wird alle drei Jahre vom Weltenergierat veranstaltet, einem internationalen Netzwerk von Regierungen, Forschung und Umweltorganisationen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Korrektur

14.10.2013, 20:41 Uhr

...ich denke nicht, dass 14,7 Mrd Euro ausreichen, um den Energieoutput von Asien zu verdoppeln - dort dürfte diesmal die deutsche Billion gemeint sein, die der Autor (wahrscheinlich) aus dem englischen übersetzt hier mit Milliarden fehlinterpretiert hat...

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