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12.11.2014

15:51 Uhr

Bis an US-Grenze

Russland will Bomber-Patrouillen ausweiten

Russland will seine Bomber-Patrouillen bis an die US-Grenze ausweiten. Russische Militärflüge sind der Nato zufolge auch in anderen Gebieten erheblich angestiegen. Der Verteidigungsminister hat eine Begründung parat.

Russlands Militärflüge nehmen deutlich zu. ap

Russlands Militärflüge nehmen deutlich zu.

MoskauRussland will die Patrouillen seiner Langstreckenbomber bis an den Golf von Mexiko und damit bis an die US-Grenze ausweiten. Das teilte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Mittwoch in Moskau mit. Die Flüge sollten ein Gebiet vom Arktischen Ozean über die Karibik bis hin zum Golf von Mexiko abdecken.

Die Nato hat bereits eine erhebliche Zunahme russischer Militärflüge über dem Schwarzen Meer, der Ostsee und dem Atlantik registriert. Sie sieht einen Grund dafür in der Ukraine-Krise und den deswegen verhängten westlichen Sanktionen.

Fragen und Antworten zu Sanktionen gegen Russland

Auf welche Sanktionen müssen sich Unternehmen einstellen?

Die EU diskutiert bislang über eine mögliche Einschränkung für Rüstungsausfuhren sowie für Exporte von Hochtechnologie für den Energiebereich. Offen ist, was damit genau gemeint ist. Außerdem sollen Möglichkeiten geprüft werden, den Zugang Russlands zu den EU-Finanzmärkten zu erschweren.

Was wären die Folgen?

Eingriffe in die Finanzierung würden die russische Wirtschaft querbeet treffen. „Die Abhängigkeit Russlands von externen ausländischen Finanzierungen hat in den letzten Jahres stark zugenommen“, schreiben die Volkswirte der Hypovereinsbank (HVB). Sollte die EU dem Beispiel der USA mit einem Verbot für die Finanzierung erster russischer Unternehmen folgen, werde dies zwangsläufig sehr schnell wirken - denn bislang hätten russische Firmen Finanzierungen in Dollar zumindest teilweise durch Finanzierungen in Euro ersetzen können.

Und wie sieht es mit Handelsbeschränkungen aus?

Von Handelsverboten beispielsweise bei Rüstung und Maschinen wären natürlich die Hersteller selbst betroffen. Schon jetzt berichten Maschinenbauer über Einbrüche, obwohl es noch gar keine konkreten Schritte gibt. „Die Russen würden uns die Maschinen ja gern abnehmen, aber es ist nicht sicher, ob sie zum Zeitpunkt der Fertigstellung überhaupt noch nach Russland ausgeführt werden können“, sagt der Präsident Branchenverbandes VDMA, Reinhold Festge. Einzelne Firmen berichten, russische Kunden sähen sich schon jetzt nach Alternativen zum Beispiel in Asien um. Die mittelständische Wirtschaft fürchtet, dass ein Embargo bei uns vor allem auf Klein- und Mittelbetriebe in den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Elektronische Erzeugnisse, Pharma und Nahrungsmittel zurückschlagen würde.

Wie wichtig ist denn Russland insgesamt als Kunde?

Russland hat zuletzt (2013) Waren für rund 36 Milliarden Euro in Deutschland gekauft. Das entspricht rund 3 Prozent aller Exporte. Damit steht das Land aber nur auf Platz 11 der wichtigsten Kunden, hinter Handelspartnern wie zum Beispiel Belgien, Polen, der Schweiz oder Österreich. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes führen aber lediglich 10 Prozent aller Exporteure Waren nach Russland aus. „Für etwa 73 Prozent dieser Unternehmen machen die Exporte nach Russland maximal ein Viertel ihrer gesamten Exporte aus.“ Einzelne Firmen oder Branchen könnten also deutlich heftiger getroffen werden als die Gesamtwirtschaft.

Dann droht also kein handfester Konjunktureinbruch?

Eher nicht. Sollte die ohnehin aktuell schwächelnde russische Wirtschaft weiter einbrechen, hätte das zwar auch negative Konsequenzen für Deutschland. Wegen des begrenzten Anteils der Exporte nach Russland wäre das für die deutsche Wirtschaft aber „wohl verschmerzbar“, meinen die HVB-Ökonomen.

Wie könnte Russland auf ein Embargo reagieren?

Auch das ist völlig unklar. Allerdings hätte Moskau genügend Mittel für einen Gegenschlag: Binnen eines Jahrzehnts hat es das Riesenreich von Platz 16 auf Platz 8 der weltweit größten Volkswirtschaften geschafft. Ein Großteil der Wirtschaftsmacht des „Rohstoffgiganten Russland“ beruht auf Erdöl, Erdgas, Kohle sowie Metallen wie Nickel, Aluminium. Und genau hier könnte das Drohpotenzial liegen - theoretisch zumindest: „Nach rationalen Erwägungen würden sich die Russen stärker selbst schaden, wenn sie uns den Gashahn beginnen abzudrehen, weil sie ... von den Einnahmen daraus abhängig sind“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, am Donnerstag im Südwestrundfunk.

Schoigu begründete die Ausweitung der Militärflüge mit der „derzeitigen Situation, in der wir Militärpräsenz im westlichen Atlantik und östlichen Pazifik ebenso wie in der Karibik und dem Golf von Mexiko aufrechterhalten müssen.“

Von

ap

Kommentare (17)

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Herr Thomas Podgacki

12.11.2014, 16:38 Uhr

Schoigu begründete die Ausweitung der Militärflüge mit der „derzeitigen Situation, in der wir Militärpräsenz im westlichen Atlantik und östlichen Pazifik ebenso wie in der Karibik und dem Golf von Mexiko aufrechterhalten müssen.“

Begründung: derzeitige Situation

Welch ulkige Begründung, einfach nichtssagend.
Oder nur Säbelrasseln
Oder jemand ist durchgeknallt.

Letzteres wäre extrem gefährlich. Hardliner gibt es überall, hoffentlich ohne Einfluß


Schönen Abend noch

Herr informierter leser

12.11.2014, 16:40 Uhr

Was bringt das eigentlich?
Man zeigt das man mit dem Flugzeug um die ganze Welt fliegen kann und? Mit den Propeller Maschienen wird man sicher nicht in den Luftraum eindringen können selbst wen man den Atlantik Radarschatten ausnutzt und über den Golf eindringen möchte fällt das der Luftüberwachung auf und die senden Abfangjäger die aus sicherer Entfernung eine LuftLuft Rakete abfeuern können. Diese Einschüchterungstaktik hat daher politisch und millitärisch 0 Wert, ausschließlich provoziert das zwischen Fälle herauf besonders mit der zivilen Luftfahrt.

Herr der Ringe

12.11.2014, 17:04 Uhr

>> Russland will die Patrouillen seiner Langstreckenbomber bis an den Golf von Mexiko und damit bis an die US-Grenze ausweiten. >>

Ganz logischer Schritt.

Wenn die NATO die Nähe zu Russland in Europa sucht, kann Russland eben ein Entgegenkommen zeigen und sich der NATO selbst annähern.....in der Nähe der USA !

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