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21.01.2005

13:14 Uhr

Bisher 60 Bundesbürger identifiziert

Zahl der vermissten Deutschen steigt auf 591

Knapp vier Wochen nach der Flutkatastrophe in Asien ist die Zahl der offiziell vermissten Deutschen leicht auf insgesamt 591 angestiegen. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes, Walter Lindner, sagte am Freitag in Berlin, dass damit ein Anstieg um zehn verzeichnet wurde.

HB BERLIN. Weiterhin sind erst 60 durch die Flutwellen am 26. Dezember 2004 getötete Deutsche identifiziert. Insgesamt wird die Zahl der Toten in den Ländern um den Indischen Ozean mit über 220 000 angegeben.

In Schweden werden noch 786 Menschen seit der Flutkatastrophe in Asien vermisst. Wie die Reichspolizei in Stockholm am Freitag mitteilte, könne sich diese Zahl weiter nach oben oder unten verändern. 52 Bürger des skandinavischen Landes sind bei der Katastrophe offiziell ums Leben gekommen. Schweden ist damit neben Deutschland das am stärksten betroffene Land in Europa. Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hat unterdessen den Willen zum Wiederaufbau in der Katastrophenprovinz Aceh bekräftigt. Bei seinem ersten Besuch in der verwüsteten Provinzhauptstadt Banda Aceh sagte der Staatschef am Freitag, die Regierung habe einen neuen Entwicklungsplan entworfen. Man werde die Infrastruktur sowie die Schulen neu errichten und die Wirtschaft wiederbeleben. „Meine Botschaft an unsere Brüder und Schwestern in Aceh ist: Lasst uns zusammenstehen und nach vorne blicken.“ Yudhoyono betonte erneut, es gebe keine strikte Drei-Monats- Frist, nach deren Ablauf ausländische Truppen das Land verlassen müssten. „Wir haben einen Zeitrahmen gesetzt, keine Frist, weil Indonesien einen Plan haben muss“, betonte er. „Wir hoffen, dass in drei Monaten bedeutsame Fortschritte erzielt worden sind. Aber auch nach dem 26. März könnte immer noch internationale Präsenz, Ausrüstung und Fachwissen erforderlich sein, um die Arbeit fortzusetzen.“

Durch die Flutwelle vom 26. Dezember kamen in der Provinz an der Nordspitze Sumatras nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 166 000 Menschen ums Leben. Weit über eine halbe Million Einwohner verloren durch die Katastrophe ihr Obdach. In Banda Aceh bemüht sich ein Kontingent der Bundeswehr um den Wiederaufbau des größten Krankenhauses der Provinzhauptstadt. Vor der Küste ankert seit Mitte Januar das Bundeswehr-Versorgungsschiff „Berlin“. Mit dem Willen zum gemeinsamen Aufbau eines Tsunami-Warnsystems unter Führung der Vereinten Nationen geht an diesem Samstag die Katastrophenschutzkonferenz im japanischen Kobe zu Ende. Konkrete Verpflichtungen wurden aber in der Abschlusserklärung nicht erwartet.

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