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17.01.2014

19:29 Uhr

„Bitte lassen sie die Kinder in Ruhe“

Kreml-Chef Putin ermahnt Homosexuelle

Der Countdown zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi läuft. Für Aufregung sorgt vor allem der Umgang mit Homosexuellen in Russland. Nun gießt der russische Präsident Wladimir Putin erneut Öl ins Feuer.

Erst am Dienstag hatten 27 Nobelpreisträger in einem Brief an Putin die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland angeprangert. dpa

Erst am Dienstag hatten 27 Nobelpreisträger in einem Brief an Putin die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland angeprangert.

SotschiDer russische Präsident Wladimir Putin hat sich vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi nochmals zum Umgang mit homosexuellen Besuchern der Spiele geäußert. Es werde nichts verboten und niemand werde verhaftet, „Sie können sich ruhig und entspannt fühlen“, sagte Putin am Freitag an die Adresse von Homosexuellen. „Aber bitte lassen Sie Kinder in Ruhe.“ Putin äußerte sich in Sotschi vor freiwilligen Helfern bei der Ausrichtung des Großereignisses.

Viele Aktivisten für die Rechte von Schwulen und Lesben sehen gerade in der Gleichsetzung von Homosexuellen mit Kinderschändern eine Herabsetzung und Diskriminierung. Zudem wird das Verbot der Propagierung von Homosexualität in Russland von Sicherheitskräften sehr eng gefasst – schon Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit können danach strafbar sein. Außerdem hat die Rechtslage viele Schwulenhasser in Russland ermutigt, gewaltsam und in Selbstjustiz gegen mutmaßliche Homosexuelle vorzugehen.

Das hat gerade vor den Olympischen Spielen in Sotschi zu scharfer Kritik im Westen geführt. Sportler, Künstler und Politiker zum Boykott der Winterspiele aufgerufen, die vom 7. bis zum 23. Februar stattfinden. Erst am Dienstag hatten 27 Nobelpreisträger in einem Brief an Putin die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland angeprangert. US-Präsident Barack Obama schickt eine US-Delegation mit der offen lesbischen Tennisikone Billie Jean King nach Sotschi, was als deutliches Signal an Putin gilt. In den USA hat das Oberste Gericht 2003 alle noch bestehenden Gesetze für ungültig erklärt, die Sex zwischen Erwachsenen des gleichen Geschlechts verboten hatten.

Kommentare (8)

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ordolib

17.01.2014, 20:17 Uhr

Mehr "Öl ins Feuer" werfen wohl ehr all die westlichen "Aktivisten", öffentlichen Institutionen und sonstigen NGOs, die es sich scheinbar zu Aufgabe gemacht haben, Russland und seine Menschen zum Besseren zu bekehren. Aus neorealistischer Perspektive ist es Putins gutes Recht, sich gegen auswärtigen Einfluss in die eigenen Belange zur Wehr zu setzen.

ripe

17.01.2014, 20:50 Uhr

@ProKapitalismus "ich würde mir wünschen wir wären in Deutschland auch schon soweit": Wir waren schon mal soweit, im Dritten Reich.

Magnum

17.01.2014, 21:09 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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