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02.05.2012

17:48 Uhr

Blinder Aktivist

Chen hat US-Botschaft freiwillig verlassen

China und die USA legen ihre diplomatische Krise um Chen Guangcheng vorerst bei. Der blinde Bürgerrechtler verließ die US-Botschaft in Peking aus freien Stücken. Damit ist der Fall aber noch nicht ad acta gelegt.

Der chinesische Aktivist Chen Guangcheng im Chaoyang Hospital in Peking. AFP

Der chinesische Aktivist Chen Guangcheng im Chaoyang Hospital in Peking.

PekingNach tagelangem Tauziehen um den blinden Bürgerrechtler Chen Guangcheng haben China und die USA den Konflikt vorerst gelöst. Der Aktivist verließ am Mittwoch die US-Botschaft in Peking, in die er nach monatelangem Hausarrest geflüchtet war. Chinas Regierung versprach dem 40-Jährigen, mit seiner Familie an einen „sicheren Ort“ umgesiedelt zu werden und ein Studium aufnehmen zu können. In Begleitung des US-Botschafters Gary Locke begab sich der blinde Aktivist zunächst in medizinische Behandlung im Pekinger Chaoyang Hospital. China erhob schwere Vorwürfe gegen die USA und forderte eine Entschuldigung, die Washington aber verwehrt.

US-Außenministerin Hillary Clinton versicherte, die Einhaltung der Zusagen überprüfen und das Schicksal des Dissidenten „in den nächsten Tagen, Monaten und Jahren“ verfolgen zu wollen. „Diese Verpflichtungen in die Wirklichkeit umzusetzen, ist die nächste entscheidende Aufgabe“, sagte Clinton. Die USA planen regelmäßige Überprüfungen.

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Der Durchbruch kam wenige Stunden nach Ankunft von Clinton, die am Morgen zu einer länger geplanten Runde des „strategischen und wirtschaftlichen Dialogs“ der USA mit China in Peking eingetroffen war. Im Mittelpunkt der Gespräche bis Freitag stehen Handels- und Währungsprobleme, der Konflikt in Syrien, der Atomstreit mit Nordkorea und dem Iran sowie Spannungen zwischen China und den Philippinen um Zwischenfälle in umstrittenen Seegebieten.

Die Flucht des bekannten Bürgerrechtlers in die US-Botschaft hatte die Beziehungen schwer belastet. Nach 19 Monaten Hausarrest in seinem Dorf Dongshigu in der Provinz Shandong war Chen Guangcheng am Sonntag vor einer Woche seinen Bewachern entkommen. Mit Hilfe von Freunden gelangte er nach Peking, wo er sich in die Obhut der US-Botschaft begab. Clinton betonte, sein Fall sei in einer Weise geregelt worden, „die seine Wahl und unsere Werte widerspiegelt“. Ein hoher US-Beamter betonte, Chen Guangcheng habe von Anfang an nur vorübergehend Zuflucht gesucht und China nicht verlassen wollen.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.05.2012, 20:03 Uhr

Ich höre gerade "nicht freiwillig"

Aber, wenn ich mal gerade Essig in den Wein tun darf: Ahem, was für ein Vollidiot ist dieser Mann eigentlich, sich zu den Amis zu flüchten - und die eigene Frau zurückzulassen???

Kann mir mal jemand erklären, was der sich dabei gedacht hat?

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