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29.05.2014

18:10 Uhr

Blogger in China

„Wir können uns nirgendwo mehr verstecken“

China verstärkt seine Kontrollen im Internet. Bei einer Kampagne im vergangenen Jahr wurden Hunderte Blogger festgenommen. Nun ruft die Regierung zur nächsten Aktion. Blogger fühlen sich gejagt.

Kritische Denker im Internet sind der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge. dpa

Kritische Denker im Internet sind der chinesischen Regierung ein Dorn im Auge.

PekingSoldaten und Polizisten dominieren Chinas Hauptstadt. Sicherheitsleute mit der Waffe im Anschlag patrouillieren seit Tagen an großen Kreuzungen von Peking. Kommende Woche ist der 25. Jahrestag des Massakers vom 4. Juni 1989. Die Sicherheitsbehörden haben zugleich ihre Kontrollen wegen des blutigen Anschlags mit 43 Toten in Chinas Unruheregion Xinjiang vergangene Woche verstärkt. Aber für die Führung in Peking wird der Kampf um Chinas Sicherheit nicht nur mit Soldaten und Gewehren ausgetragen, sondern auch im Internet.

In einer neuen Kampagne nehmen die Behörden die beliebten chinesischen Messenger-Apps von Smartphones ins Visier. Insgesamt sieben chinesische Kurztextdienste - vergleichbar mit Whatsapp - werden einen Monat nach Gerüchten, Terrorismus und Pornografie durchforstet. „Wir werden entschieden gegen die Infiltration von Kräften aus dem In- und Ausland kämpfen“, zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua aus einer Behördenmitteilung.

Die deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen

Handelsvolumen

China ist der nach Frankreich und den Niederlanden der größte Handelspartner Deutschlands. 2013 wurden Waren im Wert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass China in etwa zehn Jahren zum Handelspartner Nummer eins aufsteigen wird.

Exporte

Die Exporte nach China summierten sich 2013 auf rund 67 Milliarden Euro. Exportschlager sind Maschinen, Fahrzeuge und chemische Produkte. Für Unternehmen wie Audi ist China bereits der wichtigste Absatzmarkt.

Importe

Die Chinesen schickten 2013 Waren im Wert von gut 73 Milliarden Euro hierher und damit etwa viermal so viel wie 2000. Vor allem Computer, Handys und Elektronik liefert der Exportweltmeister nach Deutschland. Weitere Verkaufsschlager sind Bekleidung und elektrische Ausrüstungen.

Investitionen

Mehr als 26,5 Milliarden Euro haben deutsche Unternehmen bislang in China investiert. Etwa 4000 Firmen sind dort aktiv. Allein 2012 stiegen die deutschen Investitionen in der Volksrepublik um 28,5 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar. Umgekehrt zieht es immer mehr Chinesen nach Deutschland. 98 Unternehmen siedelten sich 2012 hierzulande neu an - China ist damit Auslandsinvestor Nummer drei, nach den USA und der Schweiz. 2000 Unternehmen sind inzwischen hier ansässig.

Bei chinesischen Bloggern weckt die Nachricht finstere Erinnerungen. Vergangenes Jahr hatte die chinesische Regierung eine Kampagne gegen Gerüchte auf den Mikroblogs Weibo gestartet. Es gab jedoch nie eine Definition, was genau als Gerücht gilt. Dann wurden auch Journalisten verhaftet, die online Korruption von Parteikadern angeprangert hatten, oder Bürger, die zu Protesten gegen Fabriken in ihrer Nachbarschaft aufriefen. Hunderte Blogger wurden festgenommen. Im April wurde der erste Blogger zu drei Jahren Haft verurteilt.

Viele Blogger flüchteten wegen der Kampagne von den Weibo zu den Kurztextdiensten für Smartphones. Branchenprimus Wechat der chinesischen Firma Tencent zählt 800 Millionen Nutzer, Tendenz stark steigend. Die Zahl der Nutzer von Weibo ging hingegen im vergangenen Jahr um 28 Millionen auf 281 Millionen Nutzer zurück, wie das halbstaatliche chinesische Internet-Netzwerkinformationszentrum CNNIC mitteilte.

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