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28.01.2007

14:09 Uhr

Blutiges Wochenende

Eskalation im Gazastreifen nimmt kein Ende

Die blutigsten innerpalästinensischen Kämpfe seit fast zwei Monaten haben im Gazastreifen weitere Menschen das Leben gekostet.

HB GAZA. Die Zahl der Toten seit Wiederaufflammen der Gefechte am Donnerstagabend stieg am Wochenende auf 25, unter ihnen zwei Kinder im Alter von zwei und zwölf Jahren. Mindestens 76 Menschen wurden verletzt. Wegen der andauernden Gewalt setzten die regierende Hamas und die gemäßigtere Fatah von Präsident Mahmud Abbas ihre Gespräche über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit aus.

Kämpfer von Fatah und Hamas lieferten sich auch am Sonntag in Gaza weiter Feuergefechte. Eine Explosion erschütterte zudem das Haus eines Leibwächters des Fatah-Politikers Mohammed Dahlan. Verletzt wurde offenbar niemand. In der Stadt Gaza errichteten Sicherheitskräfte beider Seiten Straßensperren aus Beton. Die Sicherheitsvorkehrungen vor Wohnhäusern prominenter Politiker und Medienhäusern wurden verstärkt, zwei Universitäten geschlossen.

In einer Sondersitzung des Kabinetts rief Ministerpräsident Ismail Hanija die Kämpfer auf, ihre Waffen niederzulegen und forderte Abbas auf, seine Kämpfer von den Straßen abzuziehen. Auch ein Sprecher Abbas' rief am Samstag zur Ruhe auf.

Ein Vertrauter des Präsidenten erklärte, Abbas wolle mit einem Teil der von Israel in den vergangenen Tagen überwiesenen Steuergelder ausstehende Gehälter der Sicherheitskräfte begleichen. Abbas werde insgesamt 152 Millionen Dollar (118 Millionen Euro) für Löhne und das Sozialsystem ausgeben, sagte Rafik Husseini auf einer Pressekonferenz.

Neben den von Israel freigegebenen Steuergeldern in Höhe von 100 Millionen Dollar könne Abbas dazu auf 30 Millionen Dollar von den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgreifen, außerdem habe Katar 22 Millionen Dollar zugesagt. Die Hamas-Regierung hat wegen eines internationalen Boykotts Probleme, die Gehälter von 165 000 Angestellten zu bezahlen, darunter rund 80 000 Mitglieder der Sicherheitskräfte.

Abbas hat erklärt, sollte es in spätestens drei Wochen keine Erfolge bei den Gesprächen über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit geben, werde er seinen Plan vorantreiben, Neuwahlen abzuhalten. Die Hamas ist gegen Neuwahlen.

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