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30.09.2012

14:03 Uhr

BND-Bericht

Die Lage in Afghanistan bleibt chaotisch - dauerhaft

Verlorene Mission: Laut einem internen BND-Bericht zur Lage in Afghanistan ist der Auftrag der ISAF-Truppen nahezu aussichtslos. Korruption und der grassierende Terror sorgen für Instabilität, Gegenmaßnahmen scheitern.

Französischer Soldat in Afghanistan. AFP

Französischer Soldat in Afghanistan.

Berlin/KabulEs ist ein erschreckendes Bild, das der Bundesnachrichtendienst (BND) vom Einsatzgebiet der Bundeswehr in Afghanistan zeichnet. Einem Magazinbericht zufolge beurteilt der BND die Lage wesentlich dramatischer als die Bundesregierung. Der Geheimdienst erwarte noch mehr Anschläge von einheimischen Sicherheitskräften auf westliche Soldaten, schreibt der „Spiegel“ in seiner jüngsten Ausgabe.

Nach dem internen BND-Bericht mit dem Titel „Afghanistan bis zum Jahr 2014 - eine Prognose“ bleibe die Sicherheitslage kritisch. Auch das Wiedereingliederungsprogramm für reumütige Taliban-Kämpfer habe „keine Auswirkungen“ auf einen Friedensprozess.

Auch nach dem offiziellen Abzug der westlichen Truppen Ende 2014 würden bis zu 35.000 ausländische Soldaten, zumeist Ausbilder für die afghanische Armee, Kampftruppen für deren Schutz und möglichst viele Spezialkräfte für die Suche nach Terroristen gebraucht, um das Land zu stabilisieren, heißt es laut „Spiegel“ in der BND-Analyse.

Besonders vernichtend falle das Urteil über die Regierung des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai aus. „Korruptionsanfälligkeit, persönliche Vorteilsnahme Einzelner und Nepotismus werden sich fortsetzen“, heiße es in der als „Verschlusssache - vertraulich“ eingestuften Analyse. Alle Aktivitäten Karsais richteten sich nicht auf Reformen oder den versprochenen Kampf gegen die grassierende Korruption, sondern auf den „Machterhalt“ und die „Beibehaltung des Status quo“. Karsai werde eher Zugeständnisse an die Militanten machen als Reformen voranzutreiben.

Bei der geplanten Präsidentenwahl 2014 wolle Karsai seinen älteren Bruder Abdul Kajum als Kandidaten durchsetzen. Der habe die besten Chancen, die wahlentscheidenden Stimmen der Paschtunen aus dem Süden des Landes zu bekommen. Mit dem Schachzug, so die Einschätzung des BND, wolle Karsai „die Wahrung der familiären Interessen und den Machterhalt“ absichern.

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