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11.01.2011

18:10 Uhr

Bohrinsel-Explosion

US-Kommission zerpflückt Obamas Ölpolitik

"Bohrinseln verursachen heute im Allgemeinen keine Ölpest", sagte US-Präsident Barack Obama, als er im April vorigen Jahres neue Bohrungen in Küstengewässern erlaubte. Nicht mal ein Jahr später zeigt der Bericht einer Regierungskommission über die Ölpest im Golf von Mexiko noch einmal deutlich auf, wie falsch der Präsident mit seiner Einschätzung lag.

Die vermeidbare Katastrophe: Die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte im Golf von Mexiko hätte verhindert werden können. dpa

Die vermeidbare Katastrophe: Die schlimmste Ölkatastrophe in der US-Geschichte im Golf von Mexiko hätte verhindert werden können.

HB WASHINGTON. Die schlimmste Umweltkrise in der US-Geschichte offenbarte gefährliche Sicherheitslücken bei Tiefseebohrungen, urteilt das siebenköpfige Gremium, das der Präsident eingerichtet hatte. Die Aufsichtsbehörde zahnlos, die staatlichen Einsatzkräfte schlecht ausgebildet, die profitgierige Industrie viel zu risikofreudig. Die Ölpest nach der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April war eine Katastrophe mit Ansage, so das Gremium.

Dabei hätte es niemals so weit kommen müssen, dass 780 Millionen Liter Rohöl über Monate ungehindert aus einer defekten Ölquelle ins Meer schießen. Dass die Brühe zeitweise mehr als 1000 Kilometer Küste und sensibles Marschland vergiftete - mit unabsehbaren Langzeitfolgen für die Umwelt und für zehntausende Arbeitsplätze. "Die Katastrophe hätte nicht passieren müssen. Sie war vorhersehbar und vermeidbar", sagte der Co-Vorsitzende der Kommission Bob Graham am Dienstag bei der Vorlage des Reports.

Eine Reihe von Fehlurteilen trug zu dem Desaster bei. Warnsignale wurden schlicht ignoriert. Zeitdruck, Sorglosigkeit und mangelnde Kommunikation der beteiligten Unternehmen BP, Transocean und Halliburton ergaben eine gefährliche Mischung. Die Regierung und Behörden hätten mit ihrer schlechten Ausstattung und dem fehlendem Wissen nur hilflos zuschauen können.

Das vernichtendste Urteil der Experten ist jedoch, dass eine solche Katastrophe jederzeit wieder passieren könnte. Nur massive Reformen könnten das verhindern. Im Klartext heißt das: Mehr Geld für die staatlichen Aufseher und eine erheblich kürzere Leine für die bislang in den USA nur zaghaft regulierte Ölindustrie.

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