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29.11.2014

12:16 Uhr

Boko Haram imn Verdacht

Dutzende Tote bei Moschee-Anschlag in Nigeria

Der Terror in Nigeria reißt nicht ab. Jüngstes Ziel war offenbar ein Emir. Er hatte zum Widerstand gegen die Terrorgruppe Boko Haram aufgerufen. Augenzeugenberichtete von Schüssen nach der Explosionen werfen Fragen auf.

Schauplatz der Gewalt: Die nordnigerianische Provinzhauptstadt Kano. ap

Schauplatz der Gewalt: Die nordnigerianische Provinzhauptstadt Kano.

AbujaExtremisten erschüttern den Norden Nigerias mit einer Welle der Gewalt. Dutzende Menschen kamen am Freitag bei einem Anschlag auf die zentrale Moschee der Stadt Kano ums Leben. Mehr als 100 weitere wurden Medienberichten zufolge verletzt. Es werde befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steige, da sich viele der Verletzten in kritischem Zustand befänden. UN, EU und die USA verurteilten das neuerliche Attentat. Bereits am Donnerstag und Dienstag hatten Bomben im Norden des Landes zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. Hinter den Anschlägen wird die radikalislamische Terrorgruppe Boko Haram vermutet.

Wie die Zeitung „Vanguard“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtete, detonierten in Kano zwei Sprengsätze zeitgleich, einer im Gotteshaus, der andere davor. Zu dem Zeitpunkt versammelten sich Gläubige gerade zum Freitagsgebet. In dem Bericht war von 200 Toten die Rede. Die britische BBC zitierte einen Mitarbeiter des Rettungsdienstes, der von nahezu 400 Opfern sprach. Offizielle Zahlen lagen zunächst nicht vor. Militärsprecher Ikechukwu Eze wollte der Zeitung „Premium Times“ keine Opferzahl nennen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.

International stieß das Attentat auf Empörung. Für Angriffe auf Zivilisten gebe es keine Rechtfertigung, teilte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon mit. Er rief die Behörden auf, alles zu tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von vollkommener Missachtung menschlichen Lebens. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Jen Psaki, nannte die jüngsten Attentate in dem Land „abscheulich“. So wurden etwa am Donnerstag und am Dienstag bei Anschlägen im Norden Berichten zufolge jeweils rund 30 Menschen in den Tod gerissen.

Boko Haram terrorisiert die Gegend seit Jahren mit blutigen Anschlägen und Entführungen. Ziel sind dabei nicht nur Christen, sondern auch immer wieder moderate Muslime. Den Extremisten waren in den vergangenen fünf Jahren bereits Tausende Menschen zum Opfer gefallen. Die Miliz will im Norden des bevölkerungsreichsten Landes in Afrika einen Gottesstaat aufbauen.

In örtlichen Medien hieß es, der Anschlag vom Freitag habe vermutlich dem Emir der Stadt, Muhammad Sanusi, gegolten, der sich jedoch im Ausland aufgehalten habe. Das religiöse Oberhaupt der Stadt hatte kürzlich zum Widerstand gegen die Terrorgruppe aufgerufen. Die Moschee liegt in unmittelbarer Nähe des Palastes des Emirs.

„Seit seiner Attacke auf die Boko Haram wussten wir, dass etwas passieren würde“, sagte ein Mitarbeiter des Emirs, der anonym bleiben wollte, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind schon seit einer Weile verschärft worden.“ Augenzeugen berichteten, nach den Explosionen auch Schüsse gehört zu haben. Viele der Opfer sollen erschossen worden sein.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Wolfgang Trantow

01.12.2014, 08:35 Uhr

Islamischer Terror und wieder schweigt der islamunterstützer Gauck!

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