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17.11.2015

16:02 Uhr

Bombe im russischen Jet

Ein Staatspräsident sinnt auf Rache

Der Absturz der russischen Passagiermaschine über Ägypten ist nach Kreml-Angaben von einer Bombe an Bord verursacht worden. Staatspräsident Wladimir Putin kündigt einen Rachefeldzug an – und macht Frankreich ein Angebot.

Die russische Passagiermaschine war am 1. November mit 224 Menschen an Bord abgestürzt. dpa

Wrackteile

Die russische Passagiermaschine war am 1. November mit 224 Menschen an Bord abgestürzt.

MoskauDer Absturz des russischen Flugzeugs auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten ist nach Einschätzung des russischen Geheimdiensts auf einen Terrorakt zurückzuführen. Eine selbst gebastelte und an Bord gebrachte Bombe habe die Maschine mit 224 Insassen Ende Oktober in der Luft gesprengt, teilte FSB-Chef Alexander Bortnikow dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Dienstag mit. Der russische Geheimdienst hat zudem eine Belohnung von 50 Millionen Dollar für Hinweise zu den Urhebern des Flugzeugabsturzes über Ägypten ausgesetzt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat hatte bereits kurz nach dem Absturz erklärt, den Flieger vom Himmel geholt zu haben und dies als Vergeltung für die russischen Luftangriffe auf sie in Syrien bezeichnet. „Ich kann sicher sagen, dass es ein Terrorakt war“, teilte Bortnikow mit. „Unseren Experten zufolge explodierte an Bord eine selbst gebastelte Bombe, die etwa einem Kilogramm TNT entspricht“. Die Explosion habe das Flugzeug in der Luft auseinanderbrechen lassen und erkläre auch, warum die Wrackteile über solch einem großen Gebiet niedergegangen seien.

Die Anti-Terror-Strategie der G20

Prävention

Prävention und Abwehr von Terroranschlägen in „verstärkter internationaler Solidarität und Kooperation“.

Zusammenarbeit

Mehr Zusammenarbeit und Informationsaustausch beim Einfrieren der Vermögenswerte von Terroristen.

Bewegungsfreiheit von Terroristen einschränken

Sie werden als Gefahr für die Ursprungs-, Transit- und Zielländer eingestuft. Deshalb Informationsaustausch über die Bewegungen von Terroristen, besserer Grenzschutz, strafrechtliche Verfolgung illegaler Reisen.

Kampf gegen Propaganda

Verbesserte Sicherheit im globalen Luftverkehr, Abwehr der Radikalisierung und Rekrutierung durch Terroristen, Kampf gegen terroristische Propaganda im Internet, Gegenpropaganda

Die Rolle der Vereinten Nationen

Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Abwehr von gewalttätigem Extremismus. Vereinte Nationen sollen zentrale Rolle spielen. Die Staaten sagen zu, im Kampf gegen den Terror internationales Recht und die Uno-Konventionen für Menschen- und Flüchtlingsrechte einzuhalten.

Russland und auch Ägypten hatten sich nach dem Absturz zunächst lange gegen eine solche Möglichkeit gesträubt, während die USA und Großbritannien relativ schnell eine an Bord geschmuggelte Bombe als Ursache vermuteten. Putin kündigte an, die dafür Verantwortlichen zu stellen. „Wir werden sie überall auf der Welt finden und bestrafen“, sagte der russische Präsident. Die russischen Luftangriffe gegen den IS und andere Gruppen in Syrien müssten nicht nur fortgesetzt, sondern verstärkt werden. Er wies das Verteidigungsministerium und Generäle an, Vorschläge zu unterbreiten, wie der russische Einsatz modifiziert werden könne.

Russland, ein enger Verbündeter von Syriens Präsident Baschar al-Assad, fliegt seit Ende September Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat und nach Einschätzung westlicher Länder auch auf gemäßigte Rebellen. Russische Kampfflugzeuge griffen am Dienstag nach französischen Regierungsangaben IS-Ziele in Rakka an. Russland hatte Kampfflugzeuge zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad entsandt.

Zudem ordnete Putin einen gemeinsamen Einsatz seiner Streitkräfte mit Frankreich gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien an. Die Franzosen sollten wie Verbündete behandelt werden, erklärte er am Dienstag in Moskau. Den Befehl richtete er vor allem an den Kapitän des Kreuzers „Moskwa“ im Mittelmeer. „In nächster Zeit kommt ein Verband der französischen Kriegsmarine, angeführt von einem Flugzeugträger, in Ihr Operationsgebiet. Nehmen Sie direkten Kontakt mit den Franzosen auf und arbeiten Sie mit ihnen wie mit Verbündeten!“, sagte Putin nach Angaben der Agentur Tass.

Kommentare (33)

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Herr Fritz Yoski

17.11.2015, 12:51 Uhr

Putin und Hollande, die IS Symphatisanten im Kanzleramt bitte nicht vergessen!

Arjuna Shiva

17.11.2015, 13:05 Uhr

Könnte das Handelsblatt bitte aufhören Kriegspropaganda und Rhetorik von als Nachrichtenagenturen getarnten PR-Agenturen zu verbreiten? Auch ihre Kinder werden es Ihnen einst danken!

Arjuna Shiva

17.11.2015, 13:07 Uhr

"Ein Staastpräsident sinnt auf Rache"

Könnte das Handelsblatt bitte aufhören im amerikanischen Cowboyjargon gehaltende Kriegspropaganda und -Rhetorik von als Nachrichtenagenturen getarnten PR-Agenturen zu verbreiten? Auch ihre Kinder werden es Ihnen einst danken!

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