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02.03.2011

11:13 Uhr

Bomben auf libyische Ölfelder

Italien fürchtet "verheerende" Zuspitzung

Libyens Machthaber Gaddafi versucht sich aus der Belagerung zu befreien und greift mit aller Härte gegen Regimegegner durch. Die Angst vor einer Verzweiflungstat des Diktators wächst.

Libyens Staatschef Gaddafi könnte die libyschen Ölfelder bombardieren lassen. Quelle: dapd

Libyens Staatschef Gaddafi könnte die libyschen Ölfelder bombardieren lassen.

Rom/Bengasi/KairoItalien hält eine "verheerende" Zuspitzung der Libyen-Krise für realistisch. Es sei wahrscheinlich, dass sich der libysche Machthaber Muammar Gaddafi zu verzweifelten Taten entschließen werde, sagte Italiens Industrieminister Paolo Romani einem Fernsehsender. „Es besteht die Wahrscheinlichkeit, sogar eine reale Wahrscheinlichkeit, dass Gaddafi einen verzweifelten letzten Versuch unternehmen könnte, um sich aus der Belagerung zu befreien, in der er sich befindet“, sagte Romani. Der Minister antwortete auf die Frage von Journalisten, ob Italien befürchte, dass Gaddafi etwas Extremes und Verzweifeltes, wie das Bombardieren von Ölfeldern, tun könne.

Derweil setzt der Diktator seine Angriffe auf die eigene Bevölkerung fort. Die ostlibysche Stadt Adschdabija ist am Mittwoch nach Augenzeugenberichten von zwei Kampfflugzeugen angegriffen worden. Truppen von Staatschef Muammar Gaddafi rückten zudem auf die von Rebellen gehaltene Stadt vor, die 750 Kilometer östlich von Tripolis liegt. Eine Ölanlage südwestlich von Adschabija bei Brega sei von Gaddafi-Truppen eingenommen worden. Ein Manager der Ölfirma Sirte, Ahmed Dscherksi, bestätigte die Angaben zu Brega. Gaddafis Truppen hätten die Ölanlage seines Unternehmens unter ihrer Kontrolle, sagte er. 

Zudem eroberten Truppen Gaddafis offenbar zwei Orte in der Umgebung der Hauptstadt von den Rebellen zurückerobert. Die Explosion eines Tanklasters am Mittwoch in Tripolis löste Panik unter Anwohnern aus. Ob es sich um einen Sabotageakt handelte, war zunächst nicht bekannt. Die Feuerwehr rückte mit vier Löschwagen aus, um die Flammen zu bekämpfen. Anwohner griffen ausländische Journalisten an, die am Ort der Explosion eintrafen. Sie trieben die Reporter in das Hotel zurück, in dem diese wohnen. 

Gaddafi-Truppen hätten die strategische wichtige Stadt Gharjan im Nafussa-Gebirge bei Tripolis zurückerobert, berichtete ein Einwohner. Nach Angaben von Gefolgsleuten Gaddafis wurde auch der Ort Sabratha westlich der Hauptstadt wieder eingenommen, der in der vergangenen Woche abwechselnd von Kräften des Regimes und Aufständischen kontrolliert wurde. 

Gharjan war am vergangenen Freitag von den Rebellen eingenommen worden, berichtete der Einwohner der Nachrichtenagentur AP. Nach der Rückeroberung hätten Gefolgsleute Gaddafis Offiziere festgenommen, die zu der Opposition übergelaufen seien. Es seien Suchlisten mit den Namen Oppositioneller erstellt worden. Die Fahndung habe sofort begonnen. 

Angriffe auf die von der Protestbewegung gehaltenen Stadt Sawija seien am Dienstag erneut abgewehrt worden, berichteten Einwohner aus der 50 Kilometer westlich von Tripolis gelegenen Stadt. Auch Versuche von Gaddafis Truppen, die Kontrolle über einen umkämpften Luftwaffenstützpunkt bei Misrata auszuweiten, seien gescheitert, hieß es von dort.

Kommentare (1)

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Americanwerwolf

02.03.2011, 12:57 Uhr

Gut das es die Amerikaner gibt! Die werden die verheerende Zuspitzung schon zu verhindern wissen. Die bomben dann einfach dieses Land in Grund und Boden, bis kein Gaddafianhänger mehr zuckt . Klesse, dass es in diesen schweren Zeiten noch so gute Demokraten und Menschenfreunde gibt.

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