Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

23.07.2011

09:18 Uhr

Bomben auf Tripolis

Nato fliegt schwerste Angriffe seit Wochen

Libyens Hauptstadt ist am Samstag von schweren Explosionen erschüttert worden. Die Nato flog die schwersten Luftangriffe seit Wochen. Kreisen zufolge wird jetzt auch der verstärkte Einsatz von Drohnen erwogen.

Ein libyscher Aufständischer an einem Straßen-Kontrollpunkt im Osten des Landes. Quelle: dpa

Ein libyscher Aufständischer an einem Straßen-Kontrollpunkt im Osten des Landes.

Tripolis/WashingtonAngesichts der festgefahrenen Lage im libyschen Bürgerkrieg erwägen die USA nach Angaben aus Kreisen einen verstärkten Einsatz von Drohnen. Hintergrund sei eine entsprechende Anfrage der Nato nach weiteren unbemannten „Predator“-Kampfflugzeugen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen US-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. Diskutiert werde zudem der Einsatz von weiteren Überwachungsflugzeugen sowie Waffenlieferungen an die Rebellen.

Am frühen Samstag bombardierte die Nato erneut die libysche Hauptstadt Tripoli. Dem libyschen Staatsfernsehen zufolge kam es zu Opfern unter der Bevölkerung. Der Sender nannte keine Details. Augenzeugen zufolge lösten die Angriffe mindestens sechs Explosionen aus. Damit war es der größte Schlag auf die Hauptstadt seit mehreren Wochen. Vier Explosionen erschütterten unter anderem ein Hotel, in dem internationale Medien untergekommen sind. Zwei weitere Einschläge waren unweit davon zu hören.

Das Gaddafi-Regime forderte die USA auf, die am vergangenen Wochenende geführten Gespräche fortzusetzen. „Wir denken, weitere Treffen werden dabei helfen, das libysche Problem zu lösen“, sagte Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Staatschef Muammar Gaddafi werde jedoch nicht den Forderungen nach einem Rücktritt nachgeben, betonte er.

Die westliche Militärallianz unterstützt die libyschen Rebellen mit Luftangriffen in ihrem Bemühen, Gaddafi von der Macht zu vertreiben. Die Kämpfe halten seit Monaten an, ohne dass die Aufständischen am Boden entscheidende Fortschritte gemacht haben.

Nach dem Willen der libyschen Rebellen soll sich Machthaber Muammar al Gaddafi vor einem internationalen Kriegsverbrechertribunal verantworten müssen. Im Ausland wächst dagegen die Unterstützung für eine Lösung, nach der Gaddafi in seinem Heimatland bleiben darf, sollte er freiwillig die Macht abgeben. Das Wichtigste sei, dass Gaddafi abtrete, danach könne man über die Details reden, sagte Rebellensprecher Ali al Issaui am Freitag bei einem Treffen mit Italiens Außenminister Franco Frattini in Rom.

Aber man würde es gerne sehen, wenn sich Gaddafi vor dem internationalen Strafgerichtshof verantworten müsste, sagte al Issaui. Washington, Paris und Rom haben bereits ihre Zustimmung dafür signalisiert, dass sich Gaddafi im Falle eines Machtverzichts in Libyen zur Ruhe setzen könne, sollte das libysche Volk dem zustimmen.

Die USA nehmen gegenwärtig in Libyen eine überwiegend unterstützende Rolle ein, während andere Nato-Staaten wie Großbritannien und Frankreich auf der Grundlage eines UN-Mandats Ziele der Regierung von Machthaber Muammar Gaddafi angreifen. In dem aus Protesten gegen Gaddafi hervorgegangene Bürgerkrieg herrscht faktisch eine Patt-Situation.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

23.07.2011, 10:53 Uhr

‏طرابلس الغربية‎
Wozu brauchen wir das ?

wolf

23.07.2011, 11:03 Uhr

Die Nato sollte endlich Nägel mit Köpfen machen, mit der Politik der kleinen Nadelstiche verliert sie unaufhörlich an Klaubwürdigkeit.

Wanninger

23.07.2011, 12:49 Uhr

Politik der kleinen Nadelstiche??
Sie sind wohl nicht ganz dicht oder was? Das Land wird seid üüber 100 Tagen bombardiert. Die ganze Infrastruktur wird zerstört. Das wohlhabendste Land Afrikas (Auslandsverschuldung 3%) in ein Trümmerfeld verwandelt. Es gab bereits hunderte von Toten und tausende von Verletzten. Feige Mörder. NATO ist die North Atlantic Terror Organisation. Wo bleiben die Bilder und Berichte aus Libyen? Wer spricht mit den Opfern?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×