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17.03.2012

17:31 Uhr

Bombenanschläge

Syrien vor dem Abgrund

Drei Bombenanschläge in Damaskus an einem Tag, 30 Tote – in Syrien eskaliert die Krise. Das Regime beschuldigt Terroristen. Selbst Moskau kritisiert jetzt die Gewalt.

Syrische Sicherheitsdienste vor einem zerstörten Haus: Drei Bombenanschläge haben in Damaskus schwere Schäden verursacht. dapd

Syrische Sicherheitsdienste vor einem zerstörten Haus: Drei Bombenanschläge haben in Damaskus schwere Schäden verursacht.

Kairo/BeirutDreifachanschlag in Damaskus mit über 30 Toten: Bei zwei Selbstmordattacken in der syrischen Hauptstadt sind am Samstag nach Angaben von Staatsmedien mindestens 27 Menschen ums Leben gekommen. Wie die Nachrichtenagentur Sana berichtete, wurden 140 weitere bei der Explosion von zwei Autobomben verletzt. Unter den Opfern sollen auch Sicherheitskräfte und Zivilisten sein. Bei einem dritten Anschlag wurden vier Menschen getötet, unter ihnen ein „führender Militär“. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad machte „Terroristen“ für die Tat verantwortlich.

Eine der Explosionen ereignete sich den Angaben nach in der Nähe der Geheimdienstzentrale der Luftwaffe, der zweite unweit des Hauptquartiers der Kriminalpolizei. „Wir hörten zwei laute Explosionen und dann Notarztwagen“, berichtete ein Einwohner von Damaskus der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Auch die Opposition berichtete, dass Gebäude der Sicherheitskräfte Ziel der Anschläge gewesen seien.

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Die staatliche Agentur Sana zeigte Bilder der Aufräumarbeiten: Sicherheits- und Rettungskräfte bargen vor völlig zerstörten Gebäuden Leichenteile. Auch komplett ausgebrannte Autos waren zu sehen. Wegen der Medienblockade des Assad-Regimes ist eine unabhängige Überprüfung von Meldungen aus Syrien kaum möglich.

Später gab es nach Angaben von Aktivisten eine weitere Explosion. Wie ein Aktivist der Nachrichtenagentur dpa sagte, kamen bei dem Angriff auf ein Militärfahrzeug ein führender Militärvertreter und drei seiner Personenschützer ums Leben. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

Kommentare (6)

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17.03.2012, 17:52 Uhr

"Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri wandte sich im Februar in einer Videobotschaft an die Opposition und rief zur Fortsetzung des Kampfes gegen Assad auf."

ist ja mal richtig interessant, steht der westen jetzt auf der seite von al kaida? das ganze wird ja immer lächerlicher und immer tragischer. denn jetzt da der westen gemerkt hat das ein einmarsch von der mehrheit der bevölkerung abgelehnt wird, entfacht man einfach einen bürgerkrieg indem man die opposition bewaffnet. saudi arabien hat das gemacht. ich möchte mal wissen was in den 70ern losgewesen wäre wenn polen die raf bewaffnet hätte.

auf der welt gehts zu da bekommst das kalte grausen.

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17.03.2012, 19:41 Uhr

Auch Assad wird es begreifen müssen, daß kein Militär der Welt ein Volk besiegen kann.
Auch Rußlands Rechnung geht nicht auf: Es wird keine Waffen mehr nach Syrien verkaufen können und den Stützpunkt wird Rußland auch verlieren.

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18.03.2012, 03:11 Uhr

Heute morgen habe ich in der Zeitung gelesen und das wurde dann in den Nachrichten von WDR4 nach Mitternacht (MEZ) bestätigt, dass Saudi-Arabien via Jordanien Waffen an die Aufständigen in Syrien liefert. So ein arabischer Diplomat dessen Nationalität nicht genannt wurde.
Das bestätigt das, was ich schon lange vermutet habe. Das liberale Regiem Assads ist den ultrakonservativen sunnitischen Wahabiten ein Dorn im Auge. Sollten die tatsächlich die Macht in Damaskus übernehmen, wird es da bald wie in Saudi Arabien zugehen. Schleierzwang für Frauen, öffentliche Hinrichtungen, Verbot christlicher Symbole u.s.w.. Nur der Westen, allen voran die dämliche Clinton gefolgt von dem noch dämlicheren Westerwelle begreifen das erst, wenn es zu spät ist.

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